Natürlich sauber
Flickr: willi gracner
Flickr: willi gracner

Mehr Platz im Putzschrank – für weniger Geld:
8 schnelle Tipps für „saubere“ Sauberkeit

12.12.2014
Quelle:
Umweltbundesamt
Um Deine Wohnung sauber zu halten, brauchst Du 1 Allzweckreiniger,
1 Handspülmittel und 1 Sanitärreiniger auf Zitronen- oder
Essigsäurebasis. Bei hartnäckigen Flecken hilft Scheuermilch – fertig.


Warum stapeln sich in vielen Putzschränken dennoch die Reinigungsmittel? Fettlöser, Bodenputzmittel, Glasreiniger, Neutralreiniger und weitere Spezialmittel belasten die Umwelt. Die Vielfalt ist groß – aber unnötig. Mitteilung des Umweltbundesamtes

Der Umsatz von Haushaltsreinigern nimmt weiter zuVon 2006 – 2010 ist er um 7.000 Tonnen (t) gestiegen, 2011 betrug er insgesamt 480.000 t. Informationen des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel. – ein Rückgang ist unwahrscheinlich. Artikel von Smithers Apex (englisch) Die massenhafte Produktion und der Einsatz verschiedenster Reiniger hat negative Konsequenzen für die Umwelt.

2 Beispiele für unnötige Reiniger:

1.) Antibakterielle Reiniger

Antibakterielle Reiniger sind unnötig: Gefährliche Keime kommen in deutschen Haushalten nicht vor und müssen daher nicht bekämpft werden. Außerdem sind die desinfizierenden Stoffe häufig ohnehin so niedrig dosiert, dass sie gar nicht antibakteriell wirken können. Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung Trotzdem können sie die Entstehung multiresistenter KeimeKeime, die Antibiotika wiederholt ausgesetzt waren und infolgedessen immun gegen Antibiotika sind. fördern.

Für Wasserorganismen sind die Mittel giftig. Sie reichern sich in Fischen an und sind biologisch nur sehr schwer abbaubar. Zudem erhöhen die Mittel, die in antibakteriellen Reinigern eingesetzt werden, die Dioxin-BelastungViele antibakterielle Wirkstoffe, z.B. Triclosan, zersetzen sich unter Einfluss von UV-Licht in Dioxine oder sind durch den Herstellungsprozess damit verunreinigt. der Umwelt. Dioxine sind für Menschen und Tiere giftig und können Embryonen schädigen.

2.) Chlorreiniger

Chlorreiniger wirken antibakteriell – sind im Haushalt also ebenfalls unnötig
(s. 1.). Zudem sind sie gesundheits- und umweltschädlich: Durch Chlorreiniger gelangt Hypochlorit in die Umwelt. Wenn es mit sauren StoffenSaure Stoffe sind Stoffe, die einen pH-Wert von unter 7 haben. Dazu gehören in der Natur z.B. der Säureschutzmantel der menschlichen Haut oder der Ausstoß von CO2 durch Bodenorganismen. Wenn CO2 in Wasser gelöst wird, entsteht Kohlensäure. Durch Verbrennung von Kohle kommen außerdem Stickoxide in die Umwelt, die gemeinsam mit Wasser salpetrige Säure bilden können. Auch Magensäure hat einen geringen pH-Wert, er liegt beim Menschen bei 2. Im Haushalt gibt es ebenfalls viele saure Stoffe. Dazu gehören u.a. Essig- und Zitronensäurereiniger, Vitamin C oder Fruchtsäfte. in Berührung kommt, kann reines Chlor entstehen.

Einmal vorhanden, ist es nur schwer biologisch abbaubar. Reines Chlor ist bereits giftig – einige Stoffe, zu denen es in der Umwelt abgebaut werden kann, sind noch gefährlicher: Sie können krebserregend, neurotoxischNeurotoxische Stoffe sind Nervengifte. oder hormonähnlichDie meisten hormonähnlichen Stoffe wirken im Körper so ähnlich wie weibliche Sexualhormone. Dadurch kann u.a. die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden. wirken. Bei Menschen kann Chlor Haut und Augen reizen, das Wachstum von Krebszellen beschleunigen, sowie das Nervensystem, Leber und Nieren schädigen.

Wir haben 8 Tipps für nachhaltiges Putzen zusammengefasst:

1.) Frischen Schmutz sofort entfernen

Frischer Schmutz lässt sich einfacher entfernen als getrocknete Flecken oder eingebrannte Reste. Gegen das Entstehen von Kalkflecken hilft ein sofortiges Abwischen der betroffenen Flächen.

2.) Desinfektionsmittel im Haushalt unnötig:
Zu gering dosiert, um antibakteriell zu wirken

Unerwünschte Bakterien lassen sich viel einfacher kontrollieren: Spül- und Geschirrtücher nach Gebrauch direkt zum Trocknen aufhängen und Hände regelmäßig waschen. Spültücher und Schwämme können mehrmals verwendet werden. Wenn Du sie bei 60 °C wäschst, sind sie auch ohne Hygienespüler sauber.

3.) Dosierungsempfehlungen beachten – nie überdosieren

Mehr ist nicht besser:Informationen vom BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) Die Reinigungskraft wird nicht erhöht, sondern belastet die Umwelt zusätzlich.

4.) Reinigungsmittel außer Reichweite von Kindern aufbewahren

So beugst Du Unfällen vor – Kinder und Umwelt werden gleichermaßen geschützt.

5.) Schimmel durch Lüften vorbeugen

Mehrmals täglich 5-10 min Fenster vollständig öffnen – nicht 2 Stunden (h) im Kippstand.

6.) Finger weg von chlorhaltigen Reinigern

Besonders umweltschädlich sind chlorhaltige Reiniger, WC-Reiniger auf Salz- oder Salpetersäurebasis und Abflussreiniger. Stattdessen ein Sieb auf den Abfluss legen, in dem Haare aufgefangen werden und so verstopfte Abflüsse vermeiden.

7.) Kaffeemaschine und Wasserkocher entkalken

Geräte regelmäßig mit ZitronensäureZitronensäure kannst Du im Supermarkt kaufen, sie steht oft bei den Backwaren. Oder Du nimmst eine frische Zitrone und drückst sie aus. oder Essig entkalken.Eine Anleitung zum Entkalken mit Essig oder einer frischen Zitrone findest Du hier. Die Zitronensäure kann genauso wie Essig genutzt werden, statt des flüssigen Essigs kannst Du 1 oder 2 Tütchen Zitronensäure benutzen. So wird der Stromverbrauch nicht erhöht.Kalkschichten sorgen dafür, dass weniger Wärme zum Wasser gelangt. Dadurch dauert das Aufheizen länger und verbraucht mehr Energie. Spezielle Entkalkungstabs sind überflüssig.

8.) 4 Reinigungsmittel reichen aus

Spülmittel, Allzweckreiniger, Reiniger auf Zitronen- oder Essigsäurebasis und Scheuermilch – die Wohnung wird sauber und im Putzschrank ist wieder Platz für andere Dinge. Beim Einkauf auf Siegel wie die Euroblume achten. Im Bioladen und hier findest Du entsprechend ausgezeichnete Produkte.

Euroblume Logo

Das Europäische Umweltzeichen – kurz: Euroblume

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