Auch Quietscheenten können bedenkliche Weichmacher enthalten.
Flickr: Daniela Hartmann
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EU verbietet 3 gefährliche Weichmacher:
Ab Februar 2015 Sondergenehmigung notwendig

14.06.2014
Quelle:
BUND
Die umstrittenen Stoffe – sogenannte Phthalate – werden in
Medikamenten, Bodenbelägen und Kosmetika eingesetzt. Sie haben
eine hormonähnliche Wirkung und können unfruchtbar machen.


Die Europäische Union (EU) hat beschlossen, den Einsatz
der Phthalate DEHP, BBP und DBPDiethylhexylphthalat, Benzylbutylphthalat, Dibutylphthalat. einzuschränken:
In Zukunft müssen Hersteller ihre Verwendung genehmigen lassen.

Weichmacher im Alltag:
Hausstaub, Duschvorhang & Kosmetik

Phthalate sind sehr weit verbreitet:Informationszentrum für Weichmacher und Weich-PVC Der jährliche Verbrauch von Phthalaten in Europa liegt bei rund 1 Million Tonnen (t). Du findest sie u.a. in PVC-Böden, Klebstoffen, Farben, Parfüms, Deodorants, Plastiktischdecken, Kunstleder, Duschvorhängen und Regenkleidung. Ihre Aufgabe: Spröde Kunststoffe geschmeidig machen und als TrägersubstanzEine Trägersubstanz sorgt im Parfüm dafür, dass der Duft nicht so schnell verfliegt. für Duftstoffe in Kosmetikartikeln dienen.

Da Phthalate so vielfältig eingesetzt werden, sind sie außerdem oft im Hausstaub enthalten. Das gilt auch für die bald verbotenen Vertreter dieser Stoffgruppe: DBP wird in ArzneimittelnListe der betroffenen Medikamente. für Kapseln oder Filmtabletten eingesetzt, DEHP findest Du als ZusatzstoffBericht der Uni Erlangen in Kosmetika und BBP in Verpackungsmaterialien.

Die Tabelle zeigt die häufigsten Verwendungen von Phthalaten:


Phthalat
Anwendungen
DMP Körperpflegemittel, Parfüms, Deodorants, Pharmazeutische Produkte
DEP Körperpflegemittel, Parfüms, Deodorants, Pharmazeutische Produkte
BBPPVC (z. B. Transformatoren, Bodenbeläge, Rohre und Kabel, Teppichböden, Wandbeläge), Dichtmassen, (Lebensmittel-) Verpackungen, Kunstleder, Lebensmitteltransportbänder
DBPPharmazeutische Produkte (time-release Medikamente, magensaft-resistente Verkapselungen), PVC, Zellulose-Kunststoffe, Dispersionen, Lacke/Farben (auch Nagellacke), Klebstoffe (v. a. Polyvinyl-Acetate), Schaumverhüter und Benetzungsmittel in der Textilindustrie, Körperpflegemittel, Parfüms, Deodorants, (Lebensmittel-) Verpackungen
DEHPPVC (z. B. Bodenbeläge, Rohre und Kabel, Teppichböden, Wandbeläge, Schuhsohlen, Vinyl-Handschuhe, KFZ-Bauteile), Dispersionen, Lacke/Farben, Emulgatoren, Verpackungen
DNOPPVC-Produkte (wie DEHP)
DINPPVC (z. B. Bodenbeläge, Rohre und Kabel, Teppichböden, Wandbeläge, Schuhsohlen, KFZ-Bauteile), Dispersionen, Lacke/Farben, Emulgatoren, (Lebensmittel-) Verpackungen
DIDPPVC (z. B. Bodenbeläge, Rohre und Kabel, Teppichböden, Wandbeläge), Dispersionen, Lacke/Farben, Emulgatoren, (Lebensmittel-) Verpackungen

Vor allem Kinder sind Phthalaten ausgesetzt

In Kinderspielzeug und Babyartikeln sind die 3 Weichmacher DEHP, BBP und Auskunft des zuständigen Bundesministeriums (BMUB)DBP bereits seit 2007 verboten. Dort werden weniger kritische Phthalate, die trotzdem hormonähnliche Wirkungen haben, eingesetzt. Sie befinden sich in Planschbecken, Sitzbällen, Wasserspielzeug, Buntstiften und Quietscheenten. Vortrag vom BUND

Viele Hersteller haben die 3 zukünftig verbotenen Inhaltsstoffe bereits durch harmlose Stoffe ersetzt.Unbedenkliche Alternativen sind Hexamoll vom Chemiekonzern BASF und Mesamoll von Bayer. Spätestens ab dem 21. Januar 2015 sind sie dazu verpflichtet.

Risiken durch Weichmacher:
Krebs und Unfruchtbarkeit

Viele Weichmacher aus der umstrittenen Phthalat-Stoffgruppe sind gesundheitsschädlich: Sie beeinträchtigen die Fortpflanzungsfähigkeit und führen zu Missbildungen bei Embryonen. DEHP, das am besten untersuchte Phthalat, schädigt im Langzeitversuch Hoden, Niere und Leber. In Tierversuchen wurde außerdem eine krebserregende Wirkung festgestellt.Informationen des Bundesamtes für Risikobewertung

2 Tipps zur Reduzierung von Weichmachern im Alltag

Das besondere Problem der Phthalate: Dadurch, dass sie so weit verbreitet sind, fällt eine vollständige Vermeidung schwer. Für Artikel mit besonders vielen Weichmachern gibt es Alternativen:

1.) PVC meiden: Ratgeber für PVC-freie Kinderzimmer

Vermeide Gegenstände, die PVC enthalten. PVC ist ein spröder Stoff, der durch große Mengen Phthalate geschmeidig gemacht wird. Häufig sind Stoffe mit PVC anders bezeichnet, z. B. als Vlies und Vinyl in Tapeten;Testbericht von Ökotest. es gibt keine Kennzeichnungspflicht. Produkte ohne PVC sind oft als PVC-freiRatgeber sicheres Spielzeug vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz. ausgewiesen.

Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) hat den Ratgeber für PVC-freie Kindergärten und -zimmer gestaltet, inklusive einer Liste unbedenklicher Spielsachen. So können Kinder vor Weichmachern geschützt werden.

2.) Umweltzeichen beim Einkauf beachten

Beim Einkauf von Bodenbelägen oder Tapeten kannst Du auf das Siegel des Blauen Engels achten. In entsprechenden Produkten sind keine oder sehr geringe Mengen an gefährlichen Phthalaten enthalten.

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