Für den Hausgebrauch nicht notwendig: Reinigungsmittel mit antibakterieller Wirkung.
Flickr: Jürg Stuker
Flickr: Jürg Stuker

EU verbietet Desinfektionsmittel in vielen Produkten:
Mittel kann Resistenz von Bakterien fördern

17.06.2014
Quelle:
Deutscher Naturschutzring
Das desinfizierende Mittel Triclosan darf mit dem Verbot nicht mehr in Textilien, Leder und Gummi eingesetzt werden.
In Kosmetikartikeln wird es weiter als Konservierungsmittel genutzt.


In Kleidungsstücken und Haushaltsgeräten soll Triclosan „antibakteriell“ wirken. Da dieser Stoff in sehr vielen Bereichen,U. A. in Waschmitteln, antibakterieller Kleidung, antibakteriellen Küchengeräten und einigen Farben. z. B. in Kosmetika oder Reinigungsmitteln, in geringer Konzentration eingesetzt wird, gewöhnen Bakterien sich an ihn: Sie entwickeln eine Resistenz.Sie überleben dann Triclosan-Konzentrationen, die sie normalerweise abtöten würden. Deswegen wird er von der EU nun in vielen Produkten verboten. Triclosan ist kennzeichnungspflichtig und ist unter diesem Begriff auf Etiketten aufgeführt.

Antibakterielle Produkte: Unnötig und riskant

Ursprünglich wurde Triclosan nur in Arztpraxen oder medizinischen Produkten zur Desinfektion oder Bekämpfung bakterieller Krankheiten eingesetzt. Auch heute wird es dort noch angewendet.Das Problem mit der Resistenzbildung kann auch in Arztpraxen auftreten. Aber wenn Triclosan tatsächlich nur im medizinischen Bereich verwendet werden würde, wären die Probleme insgesamt kleiner: Wenn Bakterien nur dort mit diesem Stoff in Berührung kommen, bilden sich weniger Resistenzen als wenn sie im Alltag ständig damit konfrontiert werden. Später kam das Mittel auch in anderen Bereichen zum Einsatz: Körperpflege, Waschen und Putzen sollen so besonders hygienisch sein.

Dies ist jedoch nicht nötig: Bakterien, die so gefährlich sind, dass sie durch Desinfektion abgetötetBiozid-Informationsportal (Biozide sind Schädlingsbekämpfungsmittel, die nicht für die Landwirtschaft gedacht sind. Beispiele: Desinfektionsmittel oder Rattengift) des Umweltbundesamtes. werden müssen, kommen in normalen HaushaltenNur in Ausnahmen wird zur Desinfektion geraten: Wenn z.B. ein Familienmitglied langfristig an Salmonellen erkrankt ist. nicht vor. In anderen Worten: Nicht vorhandene Feinde können nicht bekämpft werden.

Hinzu kommt: In geringen Konzentrationen, z. B. in Kosmetika, wirkt Triclosan lediglich bakteriostatisch – d. h. es hemmt Informationen der EU über Triclosandas Bakterienwachstum, tötet diese aber nicht ab. Die Folge: Die vorhandenen Bakterien gewöhnen sich an das Mittel.

Folgen antibakterieller Produkte im Alltag

Triclosan kann den Herzmuskel schwächen.Studie in PNAS (englisch) In der Natur, z. B. beim Joggen mit antibakterieller Kleidung, können sich durch Sonneneinstrahlung außerdem organische Schadstoffe daraus bilden, PCDD und PCDF. Diese wirken krebserregend.

Flickr: Arlington County

Händewaschen mit Seife

Der übermäßige Einsatz von Desinfektionsmitteln wie Triclosan zieht 2 weitere große Probleme nach sich:

1.) Desinfektionsmittel im Haushalt führen zu mehr Allergien

Unser Immunsystem lernt durch den Kontakt mit Bakterien und Krankheitserregern, diese zu bekämpfen. In einer desinfizierten Umgebung geht das nicht – das Immunsystem „lernt“ nicht dazu. Die Artikel von Dr. med. Günter GerhardtFolge: Unsere eigenen Abwehrkräfte nehmen ab, es entstehen Allergien und Hautkrankheiten.

2.) Kläranlagen arbeiten nicht mehr richtig

Antibakterielle Wirkstoffe verschlechtern die Funktion von Kläranlagen. Dort wird Wasser u. a. mit Bakterien gesäubert. Durch den Einsatz in Putzmitteln oder Duschgelen gelangt Triclosan ins Abwasser und dadurch in die Kläranlagen. Die dort zur Reinigung eingesetzten Bakterien werden von dem Mittel abgetötet. So gelangen Schadstoffe, die normalerweise von den Bakterien entfernt werden, ins Trinkwasser.Information vom Umweltbundesamt

Vorreiter: Bundesstaat Minnesota verbietet Triclosan auch in Reinigungsmitteln

In den USA ist der Bundesstaat Minnesota einen Schritt weiter als die EU: Triclosan wurde nicht nur in Kleidung oder Plastik verboten, sondern auch in antibakteriellen Reinigern. Ab 2017Artikel im mother nature network (englisch) werden Produkte mit diesem Inhaltsstoff dort nicht mehr zu kaufen sein.

5 Tipps, um multiresistenten Bakterien vorzubeugen

1.) Antibakterielle Mittel im Haushalt meiden

Verzichte im eigenen Haushalt auf antibakterielle Reiniger, Hygienespüler und Gegenstände wie z.B. Schneidebretter und Kleidung, die als „antibakteriell“ gekennzeichnet sind.

2.) Bei Körperpflegeprodukten genau hinschauen

Achte beim Einkauf darauf, dass Pflegeprodukte wie Duschgel und Zahnpasta kein Triclosan enthalten. In zertifizierter Naturkosmetik darf es z.B. nicht verwendet werden.

3.) Durchgeschwitzte Kleidung bei 60 °C waschen

Auch stark verschmutzte Sportkleidung benötigt keine Desinfektionsmittel zur Reinigung: Eine 60 °C – Wäsche reicht aus. Putzlappen sollten ebenfalls bei
60 °C gewaschen werden.

4.) Verzicht auf antibakterielle Kühlschränke

Antibakterielle Beschichtungen sind unnötig. Es reicht, die Regale regelmäßig mit Spülmittel oder einem sauren Reiniger, z.B. Essigreiniger, zu putzen.

5.) Labels beachten

Wenn Du Dir beim Einkauf unsicher bist, welches Reinigungsmittel Du am besten erwerben kannst, achte auf die „Euroblume“ oder den „Blauen Engel“ – 2 Zeichen für umweltverträgliche Mittel.Informationsportal des Umweltbundesamtes zur Hygiene im Privatbereich.

Euroblume logo (links) und Blauer Engel logo (rechts)

Das Europäische Umweltzeichen (Euroblume, links) & der Blaue Engel (rechts)

Tipp: Noch mehr kommen per E-Mail. Damit Du keine
Gute Nachricht mehr verpasst, sicher Dir unseren Newsletter!

Deine Dosis Guter Nachrichten ist zu
100 % werbefrei & gemeinnützig!

Nur so können wir unabhängig bleiben.
>> Wie wir das schaffen, kannst du hier nachlesen!

Gefällt Dir unsere ehrenamtliche Arbeit?
Schenk uns doch ein „Gefällt mir“ bei Facebook!

[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]

Wir bieten werbefreie Nachrichten!

Wir machen wissenschaftlichen Verbraucher-Journalismus:
Fakten – und keine Meinungen, optimistisch & gemeinnützig (mehr)

Positive News

Wir berichten über positive Entwicklungen, Ideen und Ereignisse. Recherchiert anhand von Original-Quellen, die kurz zusammengefasst sind.

Stories

Zum Top-Thema des Monats erhältst Du 1 Fachbeitrag
– von Fachmenschen geschrieben inklusive sofort umsetzbarer Tipps.

Save the Date

Petitionen, Veranstaltungen, Do It Yourself-Lösungen und Organisationen
– unser Kalender und Verzeichnis startet in der Crowdfunding-Phase.

NEU – Gute Nachrichten kommen per E-Mail

Bleib immer auf dem Laufenden
und sichere Dir 1x im Monat Deine Dosis
Gute Nachrichten:

100 % werbefrei – Abmelde-Link in jeder Mail – Datenschutz