Re-, Up-, Down- und Precycling:
In welche Richtung geht Deine Recycling-Reise?
flickr: Sascha Kohlmann

Müll wird zum Trend:
Neues Up-, Down- und Precycling

25.08.2014
Quelle:
Die reale Welt
Recycling ist nicht die einzige Methode um den täglichen Müllberg
zu verkleinern. Wir stellen Dir die 4 „cycling“-Methoden vor
– so kannst Du gleich selber starten.


1. Precycling – Ressourcen schonen, Müll vermeiden

Die Idee: Müll vermeiden bevor er entsteht. Precycling (pre = vor) ist ein ressourcenschonender Ansatz gemäß dem Motto: Der beste Abfall ist der,
der gar nicht erst entsteht, sagt auch die Abfallwirtschaft Hannover. Website der Abfallwirtschaft Region Hannover
587 kg – so viel Müll produziert jede*r Deutsche jährlich.

1 Beispiel: Im verpackungsfreien Supermarkt (z. B. „Unverpackt“ in Kiel und „Original Unverpackt“ in Planung in Berlin) gibt es keine Lebensmittel in Einwegverpackungen zu kaufen. Wiederverwendbare Behälter werden selbst mitgebracht und mit den gewünschten Produkten befüllt.

Das kannst Du tun: Mit der Vermeidung von Plastikverpackungen und -tüten kannst Du ohne großen Aufwand selbst „precyceln“. Auf Märkten und in Bioläden gibt es Obst und Gemüse meist unverpackt oder in Papiertüten. Und warum nicht beim nächsten Einkauf die dünnen Plastiktüten links liegen lassen? Paprika, Apfel und Karotte sind schon von Natur aus verpackt.

Beispiel für Precycling

2. Upcycling – Abfall wird aufgewertet

Die Idee: Müll oder nutzlose Materialien werden mit dem Upcycling
(up = aufwärts/hoch) in gleich- oder höherwertige Produkte umgewandelt.
Das Material wird wiederverwendet, eine Neuproduktion ist unnötig, der Energieverbrauch wird gesenkt.

1 Beispiel: Das Start-up YEAYEA nimmt das Konzept wörtlich (cycling, deutsch: Radfahren). Aus alten Fahrradreifen produziert das Unternehmen Gürtel, die in ausgewählten Geschäften u. a. in Berlin und Düsseldorf oder per E-Mail-Bestellung erworben werden können. Mittlerweile haben sich in Deutschland ganze Geschäfte auf Upcycling-Produkte spezialisert, z. B. Gedöööns in Münster.

Das kannst Du tun: Auch zu Hause lässt sich die Upcycling-Idee fast kostenlos umsetzen: Die Ideenbox gibt Do It Yourself-Tipps, um aus Altglas, Stoffresten oder Milchkartons z. B. Blumenvasen, Tragebeutel oder Portmonees herzustellen. „Bastelfaule“ finden im Auf DaWanda bieten private Verkäufer*innen selbstgemachte Produkte an, darunter auch über 8.000 verschiedene Upcycling-Artikel
(Stand Juni 2014).
über 8.000 Upcycling-Artikel, z. B. Möbel aus Europaletten, Schmuck aus Alu-Kaffeekapseln und Taschen aus Stoffresten.

Beispiel für Upcycling

3. Recycling – Mülleinsparung und Wiederverwendung

Die Idee: Die Wiederverwertung von entsorgtem Plastik, Glas, Kunststoff oder Metall – Recycling (re = wieder). Müll wird in den Abfallbetrieben aussortiert und für den gleichen oder einen anderen Zweck aufbereitet.

1 Beispiel: Einweg-PET-Flaschen, d.h. dünne Plastikflaschen mit0,25 € Pfand:Auch Mehrweg-PET-Flaschen (dickere Plastikflaschen mit 0,15 € Pfand) sind Recyclingprodukte. Sie werden allerdings nicht nach jeder Rückgabe eingeschmolzen, sondern gewaschen und wiederverwendet. Sie werden nach Gebrauch gemahlen und eingeschmolzen. Danach wird ein Teil des Endproduktes für neue Flaschen genutzt, der Rest für andere Kunststoffmaterialien. Ein Nachteil recycelter Kunststoffprodukte: Die Wiederverwertung geht oft mit einem Qualitätsverlust einher, z. B. verkürzen sich Kunststofffasern. Im übertragenen Sinne entsteht nach dem Recycling aus einer 1,5 Liter (L) PET-Flasche eine 1 L PET-Flasche. Durch die Qualitätsminderung ist die Grenze zwischen Re- und Downcycling nicht immer eindeutig.

Das kannst Du tun: Mehrweg-PET- oder Glasflaschen (15 ct oder 8 ct Pfand) haben gegenüber Einweg-PET-Flaschen Recyclingvorteile. Mehrwegflaschen Vergleich von Mehrweg- und Einwegflaschen aus Glas werden bspw. bis zu 50 mal neu befüllt. Glas als Recyclingprodukt hat keine Qualitätseinbußen. Weitere Informationen zu Einweg- und Mehrwegflaschen gibt der Mehrweg-Guide des NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.).

4. Downcycling – Zu gut für die Tonne:
Mit neuem Zweck weiternutzen

Die Idee: 1 Abfallprodukt, das wiederverwendet wird, aber danach nicht mehr die gleiche Qualität besitzt, wurde „downgecycelt“ (down = nach unten / abwärts). Aus einem Produkt kann nur ein nicht gleichwertiges Produkt hergestellt werden (s. Recycling).

1 Beispiel: Patagonia, ein amerikanischer Hersteller für Outdoorbekleidung, hat bereits 56,6 Tonnen (t) seiner eigenen, alten Kleidungsstücke wiederverwertet. Programm zur Weiterverwendung getragener Kleidungsstücke (englisch) Aus einer alten Jacke wird bspw. ein neues T-Shirt hergestellt. Das Unternehmen nimmt alle alten, getragenen Patagonia-Produkte zurück und recycelt diese. Auch dieses Beispiel zeigt, dass die Grenzen zwischen Re- und Downcycling fließend sind. Die beiden Prozesse können nicht klar voneinander abgegrenzt werden.

Beispiel für Downcycling

Das kannst Du tun: In vielen Alltagssituationen praktizierst Du Downcycling bereits. Das alte T-Shirt wird erst z. B. zum Renovieren getragen und später zum Putzlappen umfunktioniert.

Einweg Logo (links) und Mehrweg Logo (rechts)

Für Einwegflaschen gilt das bundesweit einheitliche DPG-Logo (links).
Flaschen, die wiederbefüllt werden können, tragen z. B. das nicht verpflichtende
Mehrweg-Logo (rechts) oder sind mit dem Verweis „Mehrweg” gekennzeichnet.

Mehrwegpfandflaschen tragen außerdem die Aufschrift „Mehrweg“, „Mehrwegflasche“ oder „Mehrweg-Pfandflasche“ auf dem Etikett oder die Reliefschrift „Leihflasche“ auf der Flasche selbst.

Abfallhierarchie: Müll vermeiden, wiederverwerten und beseitigen

Die Gemeinsamkeit aller 4 Methoden: Müll wird vermieden und Ressourcen geschont. Fazit: Klar abgrenzen lassen sich die 4 Begriffe nicht (immer). Im deutschen AbfallrechtZweck des Gesetzes ist es, die Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen zu fördern und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen sicherzustellen.“ Die Abfallhierarchie ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) im § 6 festgelegt. wurde eine Abfallhierarchie erstellt. Diese besagt, in welcher Form Müll weiterverwendet werden soll. Die optimalste Umgangsform mit Müll ist die Müllvermeidung. Im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten werden die wenigsten Ressourcen verbraucht. Demgegenüber steht an unterster Stelle die Abfallbeseitigung. In Abhängigkeit vom Einsatz der Kosten (Ressourceneinsatz, Energieaufwand etc.) und dem möglichen Nutzen, wird die sinnvollste Methode bestimmt (Kosten-Nutzen-Verhältnis). Pre-, Up-, Re- und Downcycling lassen sich folgendermaßen in diese Hierarchie einordnen:

Die reale Welt

Abfallhierarchie-Pyramide

 

Müll wird zum Trend:
Neues Up-, Down- und Precycling
geschrieben von kristina average rating 5/5 - 1 Besucherbewertungen

Tipp: Noch mehr kommen per E-Mail. Damit Du keine
Gute Nachricht mehr verpasst, sicher Dir unseren Newsletter!

Deine Dosis Guter Nachrichten ist zu
100 % werbefrei & gemeinnützig!

Nur so können wir unabhängig bleiben.
>> Wie wir das schaffen, kannst du hier nachlesen!

Gefällt Dir unsere ehrenamtliche Arbeit?
Schenk uns doch ein „Gefällt mir“ bei Facebook!

[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

Wir bieten werbefreie Nachrichten!

Wir machen wissenschaftlichen Verbraucher-Journalismus:
Fakten – und keine Meinungen, optimistisch & gemeinnützig (mehr)

Positive News

Wir berichten über positive Entwicklungen, Ideen und Ereignisse. Recherchiert anhand von Original-Quellen, die kurz zusammengefasst sind.

Stories

Zum Top-Thema des Monats erhältst Du 1 Fachbeitrag
– von Fachmenschen geschrieben inklusive sofort umsetzbarer Tipps.

Save the Date

Petitionen, Veranstaltungen, Do It Yourself-Lösungen und Organisationen
– unser Kalender und Verzeichnis startet in der Crowdfunding-Phase.

NEU – Gute Nachrichten kommen per E-Mail

Bleib immer auf dem Laufenden
und sichere Dir 1x im Monat Deine Dosis
Gute Nachrichten:

100 % werbefrei – Abmelde-Link in jeder Mail – Datenschutz