Katzen sind bald vor Jägern in NRW sicher.
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Katzen-Jagd gestoppt!
Nach 7.595 getöteten Katzen verschärft NRW Jagd-Gesetz

20.11.2014
Quellen:
Landtag NRW
Umweltministerium NRW
Katzen dürfen zukünftig nicht mehr von Jägern getötet werden.
Die Liste der Tierarten, die gejagt werden dürfen, wird stark
reduziert. Mehrere Jagd-Methoden sind ab Mitte 2015 verboten.


Die Jagd in NRW wird in Zukunft eingeschränkt: Am 18. November 2014 Artikel in der Neuen Westfälischenbeschloss das Landeskabinett ein neues Jagd-Gesetz. Im Frühjahr 2015 kommt es zur endgültigen Verabschiedung im Landtag.

Die 3 Ziele des neuen Jagd-Gesetzes:

  • Artenschutz stärken: Nachhaltige und tierschutzgerechte Nutzung artenreicher, gesunder Wildbestände
  • Tierschutz verbessern: Jagd-Ausübung unter Berücksichtigung des Tierschutzes
  • Waldschutz sichern: Förderung artenreicher, sich verjüngender Wälder

Das neue Jagd-Gesetz in NRW:
Weniger Tierarten & Jagd-Methoden erlaubt

Um die Ziele erreichen zu können, wurde das bestehende NRW-Jagd-Gesetz an mehreren Stellen geändert.

Wir stellen einige der Änderungen vor:

1.) Liste der Tierarten, die gejagt werden dürfen

Das für das Jagd-Wesen zuständige Ministerium kann im Einvernehmen mit dem Landtag den Katalog der Tierarten, die gejagt werden dürfen, erweitern und kürzen. Gekürzt wird, wenn keine „vernünftigen Bejagungsgründe“ Auskunft des NRW-Umweltministeriumsmehr vorliegen.

Was sind „vernünftige Bejagungsgründe“?

  • Vermeidung von Wildschäden und -seuchen
  • Verwertbarkeit der Tierart
  • Schutz gefährdeter Arten vor Raubwild
  • Verhinderung der Ausbreitung von „Neubürgern“ (Tiere und Pflanzen, die ursprünglich nicht in Deutschland heimisch waren, z.B. der Waschbär)

Durch die Neuregelung gehören z.B. Höckerschwan, Luchs, Wildkatze, Graureiher, Murmeltier und Greifvögel nicht mehr zu den Tierarten, die gejagt werden dürfen.Das sind außerdem: Elchwild, Steinwild, Baummarder, Mauswiesel, Fischotter, Seehund, Gamswild, Schneehase, Wachtel, Auerwild, Birkwild, Rackelwild, Haselwild, Alpenschneehuhn, Hohltaube, Türkentaube, Rostgans, Blässgans, Saatgans, Ringelgans, Krickente, Pfeifente, Reiherente, Tafelente, Spießente, Knäkente, Löffelente, Bergente, Trauerente, Samtente, Schnatterente, Waldschnepfe, Blässhuhn, Haubentaucher, Großtrappe, Kolkrabe, Eichelhäher, alle Möwen und alle Säger.

Wildernde KatzenKatzen, die mehr als 200 m vom nächsten Haus entfernt sind. dürfen zukünftig nicht mehr von Jägern erschossen werden. Wildernde Hunde dürfen nur noch dann gejagt werden, wenn sie dem Tier, das sie gerade hetzen, gefährlich werden können – und es keine andere Möglichkeit gibt den Hund zu stoppen.

Tierhalter sind weiterhin selbst dafür verantwortlich, ihre Katzen und Hunde nur unter Aufsicht in einem Jagd-Bezirk laufen zu lassen – sonst droht ein Bußgeld.

wildkatze Felis silvestris
Hoeckerschwan jagd
Murmeltier jagd essen karotte
Die Europäische Wildkatze darf zukünftig nicht mehr gejagt werden.Der Höckerschwan fällt bald nicht mehr unter das Jagd-Recht.Die Jagd auf Murmeltiere wird verboten.

Sikahirsche und der Europäische Mufflon bekommen erstmals einen zwingend vorgeschriebenen Mindest-Abschussplan.

Der Mink (oder: Amerikanischer Nerz) ist neu auf der Liste. Er ist ursprünglich nur in Nordamerika heimisch.

sikahirsch jagd
Mufflon jagd
mink jagd
Sikahirsche sind in Deutschland nicht heimisch und dürfen daher stärker gejagt werden.Der Europäische Mufflon soll in Zukunft stärker gejagt werden. Er schädigt zu viele Bäume.Der Mink (Amerikanischer Nerz) ist neu auf der Liste der Tierarten, die gejagt werden dürfen.

2.) Liste der Jagd-Methoden

Baujagd: Verboten

Die BaujagdJagd-Hunde werden in den Bau eines Fuchses oder Dachses geschickt, um die Tiere hinauszujagen, so dass die Jäger sie erlegen können. Dabei kann es zu Verletzungen von Hund und Wildtier kommen. auf Füchse und Dachse wird verboten. Die Tiere sollen dort einen sicheren Rückzugsraum haben. Außerdem sollen Beißereien zwischen Hunden und Füchsen bzw. Dachsen verhindert werden.

Auch das „Ausgraben“ von verschütteten Hunden fällt weg – die Lebensräume der Wildtiere bleiben erhalten.

Fangjagd mit Fallen: Unter strengen Auflagen

Die Fangjagd mit Fallen darf unter strengeren Auflagen genutzt werden: TotschlagfallenTotschlagfallen werden auch als „Fangeisen“ bezeichnet. Sie bestehen aus einem bezahnten Oval aus Metall, das zusammenklappt, wenn das Tier den Köder in der Falle ergreift. werden komplett verboten. Lebendfallen sind weiterhin erlaubt.

Lockjagd: Eingeschränkt

Die Lockjagd auf Rabenkrähen und Tauben wird eingeschränkt. Massentötungen sollen verhindert werden: Nur bei der Jagd einzelner Tiere dürfen Lockmittel eingesetzt werden.

Die Lockjagd mit elektrischem Strom wird verboten.

Die sogenannte KirrjagdWildschweine werden mit „Kirr“ – einem Futter, das auf der Nahrungsliste der Tiere steht, z.B. Mais – angelockt und anschließend geschossen. auf Wildschweine darf nur noch mit der Hälfte der bisher genutzten KirrmengeMenge des zum Anlocken verwendeten Mittels, z.B. Mais. durchgeführt werden.

Blei-Munition: Teilweise verboten

Bleihaltige Büchsenmunition wird verboten: Blei ist ein giftiges SchwermetallSchwermetalle sind eine Stoffgruppe, die hauptsächlich aus giftigen oder umweltgefährlichen Metallen besteht. Dazu gehören u.a. Kupfer, Nickel, Quecksilber, Blei, Cadmium und Arsen.und schädigt die Umwelt.

Strengere Anforderungen an Jäger
& neue Jagd-Zeiten

1.) Anforderungen an den Jäger

Jäger müssen zukünftig strengere Voraussetzungen erfüllen, um jagen zu dürfen:

  • Die BewegungsjagdEine großflächig angelegte, jagdbezirksübergreifende Gesellschaftsjagd auf Schalenwild (d.h. die dem Jagd-Recht unterliegenden Paarhufer: Hornträger, Geweihträger und Schwarzwild). Das Wild wird durch Jagd-Helfer und/oder Hunde beunruhigt und anschließend von den Jägern erlegt. darf in Zukunft nur noch von Jägern ausgeübt werden, die jedes Jahr neu beweisen, dass sie besonders gut schießen können.
  • Jeder Jäger, der mit Fallen jagen möchte, muss einen verpflichtenden Lehrgang machen. Die Verwendung von Lebendfallen (Anzahl, Art und Einsatzort) muss vorher der Unteren Jagd-Behörde gemeldet werden.
  • Auch die Ausbildung von Jagd-Hunden wird geändert: Statt dem Einsatz lebender, flugunfähiger Enten, sind in Zukunft nur noch flugfähige Tiere zur Ausbildung erlaubt.

2.) Geänderte Jagd-Zeiten

Die neuen Jagd-Zeiten sind an das Aufzuchtverhalten der Tiere angepasst.

Rehe und Hirsche

Die Jagd-Zeit Übersicht zu den Jagd-Zeitenvon SchalenwildDem Jagd-Recht unterliegenden Paarhufer: Hornträger, Geweihträger und Schwarzwild (Wildschweine). wird statt am 15. Januar am 31. Januar enden. Davon ausgenommen sind Wildschweine, die weiterhin intensiv bejagt werden dürfen.

Durch die Neuregelung wird die Jagd-Zeit auf Rehböcke erhöht, die Jagd-Zeit von weiblichen Rehen (Ricken) verringert:

Böcke:

Jagd bisher:            1. Mai – 15. Oktober

Jagd in Zukunft:      1. Mai – 15. Januar

Ricken:

Jagd bisher:            1. September – 31. Januar.

Jagd in Zukunft:      1.- September – 15. Januar

So wird die gleichzeitige Bejagung beider Geschlechter ermöglicht, was die Verringerung des Rehbestandes erleichtern soll.

Hermeline, Füchse, Hasen und Kaninchen

Die Jagd-Zeiten einiger anderer Tierarten werden insgesamt gekürzt: Die Jagd-Zeit auf Hermeline und Füchse wird um 1 Monat gekürzt, die Jagd-Zeit auf Feldhasen und Wildkaninchen um ca. 2 Wochen.

Naturschutzverbände begrüßen das Gesetz,
Jagd-Verbände kritisieren es

Landesjagdverband NRW

Der Landesjagdverband NRW (LJV) ist der Meinung, dass durch die geplanten Änderungen der Tierschutz nicht so stark berücksichtigt wird wie bisher.Pressemitteilung des LJV

Weil zukünftig weniger Tierarten gejagt werden dürfen, befürchtet der Verband dass z.B. Bodenbrüter darunter leiden. Auch die veränderten Jagdzeiten stoßen auf Kritik. Zudem sieht der Verband Sika- und Muffelwild durch die zukünftig vorgeschriebene Mindestabschussmenge in ihrer Existenz bedroht.

NABU

Der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) sieht den Entwurf sehr positiv. Der Verein begrüßt vor allem das Verbot der Baujagd, die Abschaffung der Totschlagfallen und die Reduzierung der Tierarten, die gejagt werden dürfen.

Auch das Verbot, im Umkreis von 300 m um Wildunterführungen und Grünbrücken herum jagen zu dürfen, gefällt dem Naturschutzbund.

Der NABU fordert einige Nachbesserungen:

  • Weitere Kürzung der Jagd-Zeiten
  • Abschaffung der Beizjagd, d.h. die Jagd mit ausgebildeten Greifvögeln
  • Vollständiges Verbot von Blei-Munition
  • Vollständiges Verbot von Fütterung und Kirrung von Wildtieren – Begründung: Das Sterben einiger Tiere im Winter ist Teil der natürlichen Selektion.

Die vollständige Stellungnahme des NABU kannst Du online nachlesen.

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