Ein Artenschutz-Spürhund an einem Flughafen in den USA.
Flickr: U.S. Department of Agriculture
Flickr: U.S. Department of Agriculture

Tierschmuggel an Flughäfen:
Artenschutz-Spürhunde decken auf

14.07.2014
Quelle:
WWF
Artenschutz-Spürhunde sind so erfolgreich, dass sie weltweit gegen Tierschmuggel eingesetzt werden – seit 6 Jahren auch in Deutschland. Ein Vierbeiner kann über 300 Koffer in 15 Minuten überprüfen.

Pro Woche schaffen die beiden Artenschutz-Spürhunde, die am Frankfurter Flughafen eingesetzt werden, insgesamt bis zu 20.000 Koffer. Artikel im Spiegel Mit ihrer Hilfe kann effektiv gegen den Artenschmuggel vorgegangen werden. Das ist nötig – denn der Artenschmuggel blüht. Allein in Deutschland musste der Zoll 2011 und 2012 knapp 10.000 mal aufgrund von Artenschmuggel eingreifen: Gegenstände, hergestellt aus bedrohten Tierarten, oder lebende Tiere, wurden beschlagnahmt. Der jährliche Umsatz wird weltweit auf über 13 Milliarden € geschätzt. Nach Waffen und Drogen ist der Artenschmuggel damit der 3.-lukrativste Schmuggelmarkt der Welt.

Kampf gegen das Aussterben: Internationales Abkommen entscheidet über den Schutz seltener Tiere

Illegaler Handel mit vom Aussterben bedrohten Tierarten oder aus ihnen gefertigten Produkten gehört zu den Hauptursachen des weltweiten Artensterbens.Der Bestand des Südchinesischen Tigers wird nur auf max. 20 – 30 Exemplare in freier Wildbahn geschätzt. Tigerfelle sind bei Sammlern äußerst begehrt. Eine weitere Tierart, die durch Bejagung und darauf folgenden Artenschmuggel fast ausgestorben ist, ist das Java-Nashorn: Es gibt weltweit nur noch 40 Exemplare. Die Hörner der Tiere werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und sollen u.a. Krebs heilen. Das Horn besteht aus demselben Material wie Haare und Fingernägel: Keratin. Ob es sich um Schmuggel handelt, entscheidet das Washingtoner Artenschutzabkommen, Vollständige Cites-Liste (englisch) mit CITES abgekürzt.Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna Es reguliert den Handel von mehr als 33.000 Tier- und Pflanzenarten. Jedes Land, das ein berechtigtes Interesse an einer Art hat – d. h. die Tiere und Pflanzen kommen dort wildlebend vor oder werden in großer Menge importiert – kann einen Antrag für die Aufnahme in die CITES-Liste stellen.Es gibt 3 verschiedene Listen, in die die Arten aufgenommen werden können: Anhang I listet vom Aussterben bedrohte Arten auf, die durch den Handel gefährdet sind. Zurzeit finden sich dort 900 Arten, u.a. Blauwal und Jaguar. Anhang II listet Arten auf, die bedroht sein können, wenn der Handel in Zukunft nicht reguliert wird. Dazu gehören über 32.500 Arten, u.a. Bison und Wolf. Anhang III listet Arten, deren Handel nur dann reguliert wird, wenn ein spezieller Staat, in dem das Tier vorkommt, den Antrag darauf extra stellt. In dem antragsstellenden Land wird das Tier dann geschützt – in anderen Staaten nicht. In dieser Liste sind 300 Arten geschützt, u.a. der Rotfuchs in Indien und das Walross in Kanada. Wenn der Antrag bewilligtCITES hat seinen Sitz in Genf. Die Verwaltung des Programms übernimmt UNEP, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UN) ist, wird der Handel mit der betroffenen Art verboten oder eingeschränkt. Bisher gibt es hauptsächlichEinige Tiere finden auch Wurzelballen von Pflanzen. Artenschutz-Spürhunde, die Produkte tierischen Ursprungs erschnüffeln können. Allerdings sind nicht nur Tiere, sondern auch viele PflanzenartenEinige Pflanzenarten, z.B. die Schuppentanne oder die Agave wurden wegen ihrer guten Nutzbarkeit oder Heilwirkung in ihren Heimatländern an den Rand des Aussterbens gebracht. Am stärksten illegal gehandelt wird der amerikanische Mahagoni-Baum, der zum Bau von edlen Möbeln verwendet wird. durch illegalen Handel bedroht. Zurzeit wird auf Initiative des WWF daran gearbeitet, Hunde zum Pflanzenschnüffeln auszubilden. Der australische Hundetrainer Stephen Austin begann 2012 mit den Tests, Ergebnisse stehen noch nicht fest. Pressemitteilung des WWF

Wie Du nicht zum Schmuggler wirst

Der Großteil der gefundenen illegalen Souvenirs wird von ahnungslosen Touristen eingeführt: Die Erinnerung an den exotischen Urlaub wird zur Schmuggelware. Schlangenwein, Schmuck aus Elfenbein oder Zebrahufe als Buchstütze – die Liste eingeführter Produkte ist lang. Der beste Weg um illegalen Artenschmuggel zu vermeiden, ist der Verzicht auf Tier- oder Pflanzenprodukte am Urlaubsort. Der Deutsche Zoll hat die App „Zoll und Reise“ entwickelt: Sie gibt Auskunft darüber, in welchem Land Du keine exotischen Souvenirs erwerben solltest. Der WWF Souvenirführer nennt konkrete Beispiele für verbotene oder genehmigungspflichtige Souvenirs. Grundsätzlich kannst Du Dir merken: Achte bei Produkten aus Holz auf die FSC-Kennzeichnung: Waren mit dem Label des Forest Stewardship Council (FSC, deutsch: Wald Verwaltungs-Rat) stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft, z.B. wird der Erhalt der Artenvielfalt unterstützt.

Logo Forest Stewardship Council

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Die so zertifizierten Produkte dürfen legal erworben werden. Vor allem bei traditioneller Medizin oder Schnitzereien aus unbekannten Materialien ist Vorsicht geboten: Es könnten Tigerknochen, Walknochen oder Elfenbein enthalten sein – deren Einfuhr ist grundsätzlich verboten.

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