Makrelenschwarm
Großmaulmakrele Rastrelliger kanagurta
Flickr: Andreas März

Import-Stopp für Fische aus 3 Ländern:
EU kämpft gegen illegale Fischerei

09.07.2014
Quelle:
WWF
Belize, Kambodscha und Guinea dürfen ihre Fische nicht
mehr in die EU importieren. Der Grund: Illegale Fischerei wird nicht
ausreichend verfolgt. 2 weitere Länder stehen unter Beobachtung.


Der Vorwurf: Die 3 Länder, die von dem Importverbot betroffen sind, bekämpfen illegale Fischerei nicht entschlossen genug. Sie wird weder
verfolgt noch bestraft. Damit verstoßen sie gegen die Richtlinien der UN. Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, vollständig hier (englisch)
Die Philippinen und Papua-Neuguinea wurden im Juni dieses Jahres verwarnt
– wenn sie ihre Anstrengungen im Kampf gegen die illegale Fischerei nicht erhöhen, dürfen sie ihre Produkte nicht mehr in die EU importieren.

Illegale Fischerboote sind bevorzugt dort unterwegs, wo Kontrollen nur selten durchgeführt werden, z. B. vor Westafrika. Die Fischer dokumentieren ihre Fänge nicht und halten sich nicht an die Fischereiauflagen, wie z. B. das Verbot von Treibnetzen.

Mit dem Importverbot und den ausgesprochenen Verwarnungen kommt die EU internationalen Verpflichtungen nach: Sie muss sich dafür einsetzen, dass Gewässer nachhaltig bewirtschaftet werden.D. h., dass nur bestimmte Mengen an Fisch gefangen werden dürfen und Treibnetze verboten sind. Illegale Fischerei muss unter Strafe gestellt und verfolgt werden. Die langfristigen Ziele kannst Du hier anschauen.

Folgen der Piratenfischerei:
Überfischte Bestände und fallende Preise

Illegale Fischer arbeiten mit 3 unterschiedlichen Netzen: Treib-,Treibnetzfischerei ist in der EU und vielen anderen Gewässern illegal. Die Netze sind bis zu 100 km lang und hängen an der Rückseite der Boote. Dabei werden alle Tierarten in der Nähe des Netzes gefangen, unabhängig davon, ob es die gewünschte Fischart oder Beifang, z. B. Schildkröten, Wale, Delfine und Haie, ist. pelagische-Mit pelagischen Schleppnetzen werden Fische gefangen, die im freien Wasser schwimmen, z. B. Makrelen oder Heringe. Ein solches Netz ist trichterförmig, die Maschengröße ist auf die gewünschte Fischart abgestimmt. Dadurch können zwar kleinere Fische mit etwas Glück aus den Netzen entkommen, aber große Tiere wie Delfine oder Wale werden auch hier mitgefangen. Ein solches Netz darf laut UN-Abkommen bis zu 1.500 m lang sein. Pelagische Schleppnetze sind legal und gehören heute zu den wichtigsten Fanggeräten in der Hochseefischerei. oder GrundschleppnetzeGrundschleppnetze sind ähnlich aufgebaut wie pelagische Schleppnetze, aber nur rund 200 m lang. Sie werden nicht durch das Wasser sondern über den Meeresboden gezogen, um bodennah lebende Fischarten wie
z. B. Schollen oder Seezungen zu fangen. Die Auswirkungen sind gravierend: Durch das „Durchwühlen“ des Bodens mit dem Netz werden nicht nur Fische aufgescheucht, sondern ganze Ökosysteme zerstört: Bodenpflanzen oder Korallen werden mit den Wurzeln aus dem Boden gezogen oder zerbrechen.
, die riesige Mengen an Fisch aufnehmen können. Bei der Netzfischerei kommt es außerdem zu großen Mengen an Beifang: In den Netzen verfangen sich neben den gewünschten Fischen auch Meeresschildkröten, Haie, Wale und Delfine. Die Umwelt wird massiv gefährdet. Auflistung der verschiedenen Fangmethoden von Greenpeace

Unter Schlepp- und pelagischen Netzen leidet nicht nur die Artenvielfalt der ohnehin überfischten Fischbestände, sondern auch die Qualität der gefangenen Fische: Die Tiere sterben in den Netzen, da sie von anderen Fischen oder den großen Mengen an Beifang erdrückt werden. Tot werden die gewünschten Fische und der Beifang solange durch das Wasser gezogen, bis das Netz voll ist. Pelagische und Grundschleppnetze sind von der UN nicht verboten – ihr Einsatz ist daher legal. Es gibt jedoch Quoten für die Menge des gefangenen Fisches.

Lizenzierte Fischereien, die offiziell in den Gewässern fischen dürfen und dazu verpflichtet sind Fangquoten einzuhalten, leiden unter der Schwarzfischerei: Es gibt mehr angebotene Fische und die Preise sinken.

Was Du tun kannst,
um überfischte Bestände zu schützen

Achte beim Einkauf darauf, dass der erworbene Fisch aus nachhaltiger Fischerei stammt. Vertraue dabei nicht ausschließlich auf das MSC-Siegel: 84 % Wikipedia-Zusammenfassung der Angaben von seafood.com des so zertifizierten Fisches sind mit SchleppnetzfischereiDazu gehören sowohl pelagische als auch Grundschleppnetze. gefangen. Wenn eine nachhaltigere Fangmethode genutzt wurde, ist sie i.d.R. auf der Verpackung angegeben: Thunfisch z. B. gibt es inzwischen auch aus reiner Angelrutenfischerei.

Der WWF-Einkaufsführer gibt Dir eine Übersicht darüber, welche Fischsorten Du bedenkenlos kaufen kannst. Er bezieht sich jedoch nur auf die Sorten, nicht auf die Fangmethoden. Auch Greenpeace hat einen Einkaufsführer für Fische erstellt. Er zeigt für jede Sorte, ob man sie unter Berücksichtigung der aktuellen Bestände kaufen sollte oder nicht. Du kannst ihn entweder auf Dein Smartphone laden oder telefonisch in Papierform bestellen.

Europäischer Aal z. B. sollte derzeit tabu sein: Die Bestände sind so niedrig wie nie zuvor. Bei Meeres- und Bachforellen gilt: Besser nicht kaufen. Die Tiere sind in vielen Fließgewässern Mitteleuropas bereits ausgestorben. Die bessere Wahl beim Forellenkauf: Regenbogen- oder Lachsforelle aus dänischen oder finnischen Zuchtbetrieben. Das Fazit beider Einkaufsführer: Karpfen ist der einzige Fisch, dessen Verzehr ohne Einschränkungen empfohlen wird.

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