Brauchen wir wirklich Daunen?
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Für Daunen
werden Gänse oft lebendig gerupft

16.01.2015
Quellen:
Vier Pfoten e.V.
ZDF WISO
Daunen sind ein beliebtes Füllmaterial für Decken und Jacken.
Sie stammen oft aus Massentierhaltung – die Tiere werden teilweise
lebend gerupft. Kapok ist eine pflanzliche Alternative ohne Quälerei ...


Daunen sind die „Unterfedern“ von Geflügel, z.B. Enten und Gänsen. Sie haben einen kurzen Kiel – der mittlere, harte Teil einer Feder – und lange Federäste – Teile der Feder, von denen die weichen Federstrahlen ausgehen. Dadurch sind sie besonders weich.

Außerdem sind Daunen sehr leicht und können viel Luft einschließen. Deshalb werden sie gerne als Füllung für Bettdecken, Kopfkissen und Winterjacken verwendet.

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Eine Daune in Nahaufnahme

Daunen können aus Lebend- oder Totrupf stammen. Beim Totrupf werden bereits geschlachtete Tiere von einer Maschine gerupft. So sind Daunen ein Nebenprodukt der Geflügelfleischproduktion.

Lebendrupf:
In der EU verboten, aber trotzdem genutzt?

Nach Aussage des Vereins Vier Pfoten e.V. ist Lebendrupf in den Hauptproduktionsländern für Daunen – zu denen auch Deutschland zähltAußerdem gehören Ungarn, Polen, China, Frankreich und das Vereinigte Königreich dazu.– der Standard. WikipediaArtikel zu Daunen bei Wikipedia gibt hingegen an, dass 90 % der im Handel erhältlichen Daunen aus Totrupf stammen.

In der EU ist der Lebendrupf außerhalb der MauserDie Zeit, in der Geflügel sein Federkleid wechselt und während der die Daunen leicht ausgekämmt werden können. verboten. Das Problem: Nicht alle Tiere kommen gleichzeitig in die Mauser. Bei einem Betrieb mit tausenden Tieren wird nicht darauf geachtet, wann welcher Vogel sein Federkleid wechselt.

Tierschützer erfolgreich:
Outdoor-Marken lehnen lebendig gerupfte Daunen ab


Gänse können 3-4 Mal in ihrem Leben gerupft werden. Da dies nicht nur während der Mauser geschieht, ist der Lebendrupf mit Schmerzen für die Tiere verbunden. Aufgrund der dabei auftretenden Verletzungen und Knochenbrüche steht der Lebendrupf immer wieder in der Kritik.

Die Ausdauer Pressemeldung von Vier Pfoten e.V.der Tierschützer wurde Anfang 2014 belohnt: Nach einer
5-jährigen Kampagne des Vereins Vier Pfoten e.V. und vielen Gesprächen mit Firmen haben mehrere Outdoor-Hersteller zugesagt, ihre Lieferkette strenger zu kontrollieren.

The North FaceThe North Face hat Standards entwickelt, um die Produktionskette transparent zurückverfolgen zu können. Damit soll sichergestellt werden, dass die Tiere ethisch korrekt behandelt werden. ,PatagoniaPatagonia verwendet seit dem Herbst 2014 nur noch 100 % rückverfolgbare Daunen, die weder aus der Stopfleberproduktion noch aus dem Lebendrupf stammen., MammutMammut passt seit 2012 seine Daunen-Lieferkette an: Die Firma will neue Maßstäbe zur ethischen Daunenbeschaffung setzen. und Jack WolfskinJack Wolfskin bezieht seine Daunen nur von Herstellern, die nach der Schlachtung rupfen. wollen nur noch Daunen verwenden, die aus Totrupf oder „tiergerechtem“ Lebendrupf, d.h. während der Mauser, stammen. Um dies zu gewährleisten, planen die Hersteller eine bessere Überprüfung ihrer Daunenlieferanten. Die mögliche Rückverfolgung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Kapok: Pflanzliches Füllmaterial
mit ähnlichen Eigenschaften


Eine mögliche Alternative zur Daunen-Füllung ist Kapok. Es stammt vom Kapokbaum und hat ähnliche Eigenschaften: Die leichten Fasern können viel Luft einschließen und halten daher gut warm.

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Kapokfasern können Daunen ersetzen.

Der Nachteil: Kapokbäume wachsen in den Tropen – der Weg bis zur Jacke ist also weiter, als der von in Deutschland oder Frankreich produzierten Daunen.

Kapokprodukte haben – genau wie Daunen – unterschiedliche Preise: Sie variieren z.B. in Abhängigkeit von Dicke und Hersteller. Daher lässt sich nicht festlegen, welche der beiden Varianten günstiger ist.

Ein Gütesiegel für Daunen – von tot oder lebendig gerupften Tieren – gibt es bislang nicht. Auch anhand der Struktur oder Zusammensetzung der Daunen kann nicht erkannt werden, wie sie gerupft wurden.

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