Ein glücklicher Wal sagt „Danke“.

Wie Du beim Fisch-Kauf im Supermarkt
unwissentlich Walfang unterstützt

28.01.2015
Quellen:
Greenpeace
Deutsche See
Rewe, Kaufland, Edeka oder Nordsee – alle kaufen Fisch vom Händler
„Deutsche See“. Dieser kooperiert aber mit einem isländischen
Walfänger. Norma und Frosta haben ihre Verträge gekündigt ...


Deutschlands größter Fischimporteur Deutsche See hält den Walfang nach eigenen AngabenStellungnahme von Deutsche See zum Walfang „aus ethischen und moralischen Gründen für grundsätzlich falsch“ – steht jedoch mit einer isländischen Firma in Verbindung, die Walfleisch verarbeitet. Beliefert wird Deutsche See u.a. von dem isländischen Fischexporteur HB GrandiWebsite von HB Grandi hf hf.hf steht für hlutafélag und bedeutet übersetzt Gesellschaft.

Die isländische Firma fängt selbst keine Wale, stellt aber dem Walfangunternehmen Hvalur hf Räumlichkeiten zur Verarbeitung von Walfleisch zur Verfügung. Außerdem: Der Geschäftsführer Kristján Loftsson Verbindungen zwischen Loftsson und HB Grandi  ist Aufsichtsratsvorsitzender von HB Grandi hf.

Fisch, Walfang, Greenpeace, Island, Deutsche See, Norma, Frosta

Greenpeace fordert: Keine Geschäfte mit Walfängern – auch nicht indirekt!

Lieferung an Sterneköche und Supermärkte:
Deutsche See ist größter deutscher Seefisch-Importeur

Mit einem Umsatz von 356Angabe aus dem Unternehmensregister,5 Millionen € (Geschäftsjahr 01.10.2012 – 30.09.2013) ist Deutsche See bundesweiter Marktführer bei der Verarbeitung von Meerestieren.

Sterneköche wie Kolja Kleeberg, Joachim Wissler und Tim Raue kochen mit Fisch von Deutscher See. Insgesamt werden ca. 9Bericht über Deutsche See in brand eins Wissen0 % der deutschen Spitzengastronomie von Deutsche See beliefert. Die Produkte finden sich auch im Supermarkt z.B. bei Rewe, Kaufland, Edeka oder Real.

Ökologische Fischzucht und Schwimmkurse für
Fischer: Deutsche See gewinnt Nachhaltigkeitspreis

Deutsche See fördert nachhaltige und ökologische Fischzucht:Nachhaltigkeitsprojekte von Deutsche See Das Unternehmen initiiert z.B. Projekte für Fischer aus Ecuador zur nachhaltigen Fischerei. In Uganda und Tansania unterstützt Deutsche See Schwimmkurse für Fischer auf dem Victoria See ein um das Ertrinken dieser zu verhindern.

2010 erhielt Deutsche See den deutschen Nachhaltigkeitspreis: Bericht zum Gewinn des Deutschen NachhaltigkeitspreisesVerliehen für die Überprüfung und Verbesserung der gesamten Wertschöpfungskette gemäß nachhaltiger Kriterien – vom Fang bis zum Kunden.

Passen Nachhaltigkeitspreis & soziales Engagement
zu Geschäften mit Walfang-Unterstützern zusammen?

Auch zum Walfang nimmt das Unternehmen eine klare Position ein: „Genau wie bei Greenpeace ist auch unser erklStellungnahme von Deutsche See zum Walfangärtes Ziel die endgültige Abschaffung des Walfangs weltweit.“

Damit dieses Ziel realisiert werden kann, führt Deutsche See Gespräche mit isländischen Entscheidern, um so Druck auf die Regierung Islands auszuüben.

Kann und darf ein als nachhaltig ausgezeichnetes Unternehmen trotzdem mit einem Unternehmen in Verbindung stehen, das Geschäfte mit Walfängern macht? Greenpeace sagt nein. Und fordert, dass Deutsche See die Verträge zu HB Grandi hf kündigt.

Auf ihrer Kampagnenseite kommentiert die Umweltorganisation die StellKommentar: Greenpeace zu den Stellungnahmen von Deutsche See zum Walfangungnahmen von Deutsche See zum Walfang:

Stellungnahmen von Deutsche See:

„Die Firma HB Grandi fängt keine Wale, verarbeitet diese nicht und handelt auch in keiner Weise mit Walen oder Walfleisch. (…) Der Handel mit Fisch zwischen Deutsche See und der Firma HB Grandi steht deshalb auch in keiner Beziehung zum Walfang.“

Antwort von Greenpeace:

„Das Problem ist: Tatsächlich finanziert HB Grandi den Walfang. Ein großer Teil der Einnahmen der Walfangfirma Hvalur beruht auf Kapitalanteilen am Fischereiunternehmen HB Grandi.“

Deutsche See lehnt Boykott isländischer Firmen ab
– Norma, Frosta & First Fimex frei von Walfang

Um auf die Verbindung von HB Grandi hf zum Walfang hinzuweisen, informierte die Wal- und Delfinschutzorganisation WBericht des WDC „Walblut am FischfiletDC (Whale and Dolphin Conservation, deutsch: Wal- und Delfinschutz) 21 Handelsketten und Fischgroßhändler darüber.

Einen Boykott isländischer Fischprodukte lehnt Deutsche See ab. Die Begründung auf der Firmen-Website: „Ein solcher Boykott träfe Menschen, Unternehmen und ganze Wirtschaftszweige, die ohne jeden Einfluss auf die Walfang-Thematik sind.“

Der Tiefkühlkost-Hersteller Frosta, der Fischimporteur First Fimex und die Supermarktkette Norma bestätigten dem WDC ihren Fisch nicht bei HB Grandi hf zu kaufen.

Frosta versicherte in einem Blogeintrag im August 2013 seine FischlieBlog-Eintrag von Frosta zum Walfang feranten überprüft zu haben: „Wir kaufen deshalb grundsätzlich nicht bei HB Grandi ein. Auch nicht bei irgendwelchen anderen Unternehmen, die sich am Wal- oder Delphinfang beteiligen!“

Walfang in Island:
Trotz internationalem Verbot „gestattet“

Der Walfang ist seit 1986 durch die Internationale Walfangkommission (IWC) Website des IWC (englisch) verboten. Island, Norwegen und Japan sind die einzigen Staaten, in denen trotzdem Wale gejagt werden.

Norwegen und Island legten nach dem Beschluss des IWC fristgerecht Einspruch ein und jagen seitdem weiter: So sind sie rein juristisch nicht an das Abkommen gebunden und müssen sich nicht an das Verbot halten. Im August 2014 zählte der IWC 88 Länder als Mitglieder. Zwischenzeitlich war Island aus der Gemeinschaft ausgetreten, ist seit Oktober 2002 aber wieder Mitglied.

Weitere Informationen zum IWC und den Sonder-Regelungen für Island und Norwegen kannst Du auf der Seite der Organisation Pro Wildlife nachlesen.


Greenpeace-Artikel zum japanischen WalfangJapan machte bis 2014 von der Sondergenehmigung der IWC Gebrauch, Wale zu wissenschaftlichen Forschungszwecken jagen zu dürfen. Im März 2014 entschied der internationale Gerichtshof, dass dies nicht zulässig sei – dennoch beabsichtigt Japan weiterhin (auch in 2015 und 2016), Wale zu fangen.Artikel im Guardian zum Walfang in Japan (englisch)

Nachfrage an Walfleisch sinkt:
Verarbeitung zu Luxus-Hundefutter

Hvalur hf ist das einzige Walfangunternehmen Islands. Die jährliche isländische Fangquote für die nächsten 4 Jahre (2014 – 2017): 154 Finn- und 229 Minkwale. Greenpeace zum Walfang in Island

Finnwal-Fleisch findet in Island kaum Absatz – es wird nach Japan exportiert. Nach dem Washingtoner ArtenschutzabkommenWebsite zum Washingtoner Artenschutzabkommen– einem Übereinkommen zum internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten – ist der Handel mit Finnwalen nicht erlaubt. Island nutzt rechtliche Schlupflöcher um das Verbot zu umgehen.

Generell gilt: Die Nachfrage Artikel im Online-Magazin Quartz (englisch)nach Walfleisch sinkt – auch in Japan. Finnwal-Fleisch wird bereits zu Luxus-Hundefutter verarbeitet.

Die kleineren Minkwale werden ausschließlich für den Binnenmarkt gejagt. Ca. 40 % davon werden jährlich von Touristen in Island verzehrt. Bericht in der taz

Fisch, Walfang, Greenpeace, Island, Deutsche See, Norma, Frosta

Immer weniger Japaner essen Walfleisch.

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