Ein Berggorilla in seiner natürlichen Umgebung.
Flickr: Pim Stouten
Flickr: Pim Stouten

Keine Ölbohrungen im Virunga-Nationalpark:
Britischer Ölkonzern lenkt ein

10.07.2014
Quelle:
WWF
Dem ältesten Nationalpark Afrikas drohten Ölbohrungen.
Der größte Interessent hat seine Pläne vorerst aufgegeben
– doch noch sind 85 % des Parks durch andere Ölkonzerne bedroht.


Der Konzern Soco International PLC hat nach massiven ProtestenIm Oktober 2013 hatte der WWF eine Beschwerde gegen Soco bei der nationalen Kontaktstelle der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in Großbritannien eingereicht. von Tierschützern seine Bohrungspläne für den Nationalpark, der 1979 von der UNESCOUnited Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, deutsch: Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur zum Weltnaturerbe ernannt wurde, vorerst aufgegeben. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei: 85 % des Nationalparks sind von anderen, potenziellen Genehmigungen für Ölbohrungen bedroht.

Virunga-Nationalpark muss geschützt werden

Der Virunga-Nationalpark liegt im Osten der Demokratischen Republik Kongo. 1979 wurde er zum UNESCO Weltnaturerbe ernannt.

Virunga ist der artenreichste und landschaftlich vielfältigste Nationalpark Afrikas. Artikel im greenpeace Magazin Unter anderem leben dort knapp 400 derAngabe des WWF vom Aussterben bedrohten BerggorillasDie Gesamtzahl der weltweit noch lebenden Berggorillas wird auf ca. 880 geschätzt. Außer im Virunga-Nationalpark gibt es nur noch 1 weitere Population im Bwindi-Wald, einem Nationalpark im Südwesten Ugandas. In menschlicher Obhut werden die Tiere nicht gehalten. und das stark gefährdete Okapi.

Wikimedia: Raul654

Okapi, aufgenommen im Disney’s Animal Kingdom in Florida

Ölbohrungen: Falsche Versprechen auf besseres Leben

In Afrika wird nach Öl gebohrt. Inverstoren und Regierungen erhoffen sich dadurch hohe Gewinne.Ob es in Zukunft noch möglich sein wird hohe Gewinne mit Öl zu machen, ist umstritten. Hier unser Artikel dazu. Das Argument: Von dem durch das Öl erwirtschaftete Geld profitiere auch die Bevölkerung. Allerdings kann dieses Versprechen nicht gehalten werden. Im Nigerdelta, wo jeden Tag mehr als 2 Millionen Fässer Öl gefördert werden, zeigt sich der negative Einfluss von Ölbohrungen auf die Menschen. Durch nachlässige Sicherheitsanstrengungen und Sabotage sind in den letzten 50 Jahren schätzungsweise 2 Millionen Tonnen (t) Rohöl in das Ökosystem des Nigerdelta gelangt. Die Folgen sind gravierend: Anstatt ein besseres Leben zu führen, stieg die ArmenquoteAngaben des WWF seit Beginn der Ölbohrungen von 36 % auf 70 % der Bevölkerung.Die Menschen haben zum Leben weniger als 2 $ am Tag, viele auch weniger als 1 $.

Felder und Ackerflächen wurden durch austretendes Öl verseucht. Bauern können keine Nahrungsmittel mehr anbauen. Da die Flüsse ölverseucht sind, können die Menschen auch vom Fischfang nicht mehr leben. Ihre Lebenserwartung ist um 10 Jahre zurückgegangen. Tier- und Pflanzenarten werden durch das „schwarze Gold“ bedroht, da es das Wasser verseucht und den Boden unfruchtbar macht. Es ist anzunehmen, dass Virunga ähnliche Folgen drohen, wenn dort Ölbohrungen durchgeführt werden.

Zukunftsaussichten: Die Regierung muss aktiv werden

Der Soco-Konzern ist nicht die einzige Firma, die sich entschlossen hat, auf Ölbohrungen im Virunga-Nationalpark vorerst zu verzichten: Im Mai 2013 gab auch TOTAL Pressemittelung des WWFbekannt auf Ölförderungen im Nationalpark zu verzichten. Inzwischen geht TOTAL noch weiter: In Zukunft will der Konzern grundsätzlich auf Öl- und Gasförderungen in Gegenden, die zum Weltnaturerbe zählen, verzichten. Mitteilung des WWF

Wenn der Nationalpark langfristig erhalten bleiben soll, reichen diese kurzfristigen Erfolge nicht aus. Nur TOTAL hat zugesagt, niemals wieder zu versuchen, im Virunga-Nationalpark nach Öl zu bohren. Andere Ölkonzerne halten sich die Möglichkeit weiterhin offen.

Die Demokratische Republik Kongo muss Abstand davon nehmen, Ölbohrungen in Schutzgebieten zu legalisieren. Das sehen auch andere Länder so: Sowohl die britische als auch die ehemalige deutsche, schwarz-gelbe Regierung haben die Demokratische Republik Kongo aufgefordert auf einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Ölbohrungen in Schutzgebieten zu verzichten.

Die Aussicht auf schnellen Profit durch Öl lockt auch Spanien: Im Mai 2014 wurden Ölbohrungen in unmittelbarer Nähe der Kanarischen InselnZu den Kanarischen Inseln gehören Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro. Auf den Inseln herrscht eine große Artenvielfalt. Viele Tier- und Pflanzenarten sind nur dort heimisch. genehmigt. Die Bohrungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Als mögliche Folgen drohen eine Ölpest und der Rückgang des Tourismus, der die Haupteinnahmequelle der Kanarischen Inseln darstellt. Folgen für die Bevölkerung sind noch nicht absehbar. Einheimische und Lokalpolitiker kämpfen gegen diese Pläne. Der WWF hat eine Petition dagegen gestartet: Hier kannst Du sie unterschreiben. Über 200.000 Leute haben sie bereits unterzeichnet.

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