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Brunnenwasser – wie stark es mit Nitrat belastet ist, hängt von Deinem Wohnort ab.
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Mehr sauberes Grundwasser! 3 Tipps Deinen „Stickstoff-Fußabdruck“ zu verringern

Gülle und Biogas-Gärreste versauern unsere Böden – dadurch gelangt zu viel Nitrat ins Grundwasser. Wissenschaftler zeigen jetzt, wie die Menge halbiert werden könnte.
04.11.2014
Quellen:
PIK
Nature Communications

Gülle enthält u.a. Nitrat und Ammonium. Pflanzen brauchen den aktiven Stickstoff, der in beiden enthalten ist, zum Wachsenein sinnvoller Kreislauf.

Durch Massentierhaltung und Biogas-Anlagen gibt es aber mehr davon, als Pflanzen aufnehmen können. Überschüssige Reste gelangen in Böden, wo das Ammonium zu noch mehr Nitrat umgewandelt wird. Das Nitrat gelangt ins Grundwasser.

Wissenschaftler haben jetzt Strategien entwickelt, um die Nitratbelastung unserer Böden zu halbieren, z.B. durch weniger Fleischkonsum und Lebensmittelabfälle.

Unseren Artikel „Kuhmist im Grundwasser steigt“ über den Nitrat-Ausstoß in Deutschland und dessen Auswirkungen auf die Umwelt findest Du hier. Den „Ökologischen Fußabdruck“ Der Ökologische Fußabdruck zeigt Dir, wie viel Fläche auf der Erde nötig wäre – bzw. wie viele Erden nötig wären – wenn alle Menschen so leben würden, wie Du. Darin enthalten sind u.a. die Flächenberechnung für den Anbau von Nahrungsmitteln und Baumwolle, der benötige Platz für Mülldeponien und der Energieverbrauch. Bei der Berechnung wird von heutigen Produktionsbedingungen ausgegangen. kennst Du bestimmt schon. So kannst Du Dir auch Deinen Stickstoff-Verbrauch, z.B. zum Anbau von Nahrungsmitteln, als „Stickstoff-Fußabdruck“ vorstellen.

Wenn aktiver Stickstoff in Form von Nitrat oder Ammoniak in die Umwelt gelangt, kann er große Schäden anrichten – doch es gibt Möglichkeiten, um den momentan sehr hohen Eintrag zu verringern.

50 % weniger Stickstoff-Ausstoß durch 4 Maßnahmen

Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geht davon aus, dass die Stickstoff-Belastung bis 2050 um 20 % steigen könnte. Gleichzeitig haben die Forscher ein Maßnahmenpaket entwickelt, mit dem sich die Belastung um 50 % verringern ließe.

In Computer-Simulationen wurde deutlich, welche Maßnahmen dafür nötig ist:

  • 50 % weniger Lebensmittel wegwerfen Wir müssen, um den Stickstoff-Ausstoß zu verringern, 50 % weniger Lebensmittel wegwerfen als bisher. Dadurch gelangen weniger „Stickstoff-Behälter“Alle Lebensmittel enthalten aktiven Stickstoff. Durch das Wegwerfen großer Mengen Nahrungsmittel geht also viel Stickstoff ungenutzt verloren. in die Umwelt.
  • 50 % weniger Fleisch essen Weniger Fleisch bedeutet weniger Gülle, weil weniger Tiere gehalten werden und weniger Futter aus Nutzpflanzen nötig ist.
  • Tiere gemäß Kreislaufwirtschaft halten Statt mineralischer Dünger können z.B. Lebensmittelreste, Abwasser und Tiermist als Düngemittel genutzt werden. So wird bereits vorhandener Stickstoff besser genutzt. Die Anzahl der gehaltenen Tiere kann an die Flächen eines jeden Landwirts gekoppelt werden – so entstehen weniger Überschüsse.
  • Düngemittel besser einsetzen Den Wissenschaftlern zufolge kommt nur die Hälfte des auf die Felder gebrachten Düngers tatsächlich bei den Pflanzen an. Die andere Hälfte wird ungenutzt ins Grundwasser gespült, von Mikroorganismen zersetztDadurch verschwindet der aktive Stickstoff, der im Düngemittel enthalten ist, nicht. Er liegt in Gülle, z.B. als Nitrat und Ammonium vor. Im Boden wird das Ammonium durch Bakterien zu noch mehr Nitrat umgewandelt, da Nitrat insgesamt weniger schädlich für den Boden ist als Ammonium. oder gelangt in die Luft.Dort kann aktiv gemachter Stickstoff, z.B. als Nitrat oder Lachgas, den Treibhauseffekt verstärken und so Ozon abbauen. Um den Stickstoff auf den Feldern besser nutzen zu können, muss die Düngemenge genau auf die jeweilige PflanzenartHafer wächst z.B. auch auf nährstoffarmen Böden gut. abgestimmt werden. Die bereits im Boden vorhandene Stickstoff-Menge muss über regelmäßige Untersuchungen kontrolliert werden. Bisher hat noch keine Region oder Stadt aktiv versucht, die empfohlenen Strategien umzusetzen. Landwirtschaftliche Fachzeitschriften und Vereine empfehlen aber regelmäßig Strategien zum effizienten Umgang mit Düngemitteln.

Du willst selbst einen Beitrag leisten, um den übermäßigen Stickstoff in der Umwelt zu verringern?

3 schnelle Tipps für einen kleineren „Stickstoff-Fußabdruck“

1.) Strom aus Wasser, Sonne & Wind

Solaranlagen funktionieren auch im Schnee: Solarkraftwerk in Traisbach bei Hofbieber (Hessen).

Energie aus diesen Quellen belastet die Umwelt nicht mit Stickstoff – im Gegensatz zu Strom, der durch Biogas erzeugt wurde.

Biogas gehört zwar zu den erneuerbaren Energien, ist aber nicht so nachhaltig wie Solar-, Wind- und Wasserkraft: Bei der Produktion von Biogas und der Entsorgung von Gärmaterial fällt sehr viel aktiver Stickstoff in Form von Nitrat an.

Bei der Wahl Deines Stromanbieters kannst du darauf achten, welche Energieformen genutzt werden. Hier eine Übersicht der unabhängigen Ökostrom-Anbieter.

2.) Bewusst ernähren

Einladung zum Schnibbeln: Auch mit Gemüse lässt sich lecker Kochen.

      • Weniger tierische Produkte Vor allem bei der Produktion von Fleisch, Eiern und Milchprodukten fallen große Mengen Nitrat und Ammoniak an. Du kannst Deinen „Stickstoff-Fußabdruck“ also reduzieren, indem Du weniger tierische Produkte isst.
      • Mehr Bio-Produkte Für Bio-Gemüse und -Getreide gelten strengere Bestimmungen: Öko-Landwirte dürfen höchstens 112 kg Stickstoff/ha verteilen. Das sind 60 kg weniger als in der konventionellen Landwirtschaft. Mehr: Kurz-Video von von arte (3 min)

3.) Essenabfälle vermeiden

„Mit jedem Einkauf treffen wir eine Wahl …”

In jedem Lebensmittel steckt Stickstoff – egal, ob als Nitrat oder in lebensnotwendigen Eiweißen. Wirfst Du ein Lebensmittel auf den Kompost oder in den (Bio-)Müll, verrottet es und der darin enthaltene Stickstoff landet im Komposthaufen, in der Kompostierungsanlage oder auf der Müllhalde.

Von dort aus kann er wieder in den Boden geschwemmt werden. Daher sollten so wenig Lebensmittel wie möglich weggeworfen werden.

Aktiv werden …

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