Ein junges Kälbchen spielt Ball.

Mit dem Kalb ins Klassenzimmer:
Wie neuseeländische Kinder zu Bauern werden

23.01.2015
Quelle:
LIC
Grundschulkinder in Neuseeland ziehen über mehrere Monate
Tiere auf und kultivieren Pflanzen. Auch in Deutschland
gibt es bereits erste „tierische“ Schulprojekte ...


Stell Dir vor: Du gehst morgens in Dein Klassenzimmer und vor Dir steht ein Kalb. Was in Deutschland schwer vorstellbar ist, ist in Neuseeland selbstverständlich.

Für den jährlichen Agricultural Day bzw. Calf Day (deutsch: Landwirtschaftstag bzw. Kälbertag) an der Schule ziehen die Schüler Kaninchen, Küken, Kälber oder Pflanzen über mehrere Monate groß – und stellen ihre Aufzucht einer Jury vor.

„Kälbertag“ mit Tradition
– Landwirtschaft als wichtiger Wirtschaftszweig

Der Angabe der Livestock Improvement Corporation (deutsch: Gesellschaft zur Verbesserung des Viehbestandes)„Kälbertag“ hat eine über 100-jährige Tradition. Er soll dazu beitragen, landwirtschaftliches Wissen an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Die Landwirtschaft gehört in Neuseeland zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen: Gemeinsam mit dem Lebensmittel- und Forstsektor generiert sie rund 70 % der Exporteinnahmen. Angabe des neuseeländischen Ministeriums für Primarindustrien (englisch)

Kuh, Schaf oder Gemüse:
Worauf kommt es bei der Aufzucht an?

Einige Monate vor dem Agricultural Day entscheiden sich die Kinder, ob sie ein Jungtier oder eine Pflanze aufziehen wollen. In Absprache mit Landwirten aus der Umgebung und den Schulen werden Pflanzen und Tiere (nicht älter als 3 Monate) an die Kinder vermittelt.

Bis zum Agricultural Day gehört das Tier oder die Pflanze zur Familie und wächst am Wohnort des Kindes auf.

Für die Aufzucht erhalten die Teilnehmer ein Informationspaket mit Tipps zur Aufzucht und Pflege.Informationspaket der neuseeländischen Ahuroa School zum Agricultural Day (englisch)

Während die Tiere und Pflanzen größer werden, halten die Kinder die Entwicklung in einem Logbuch fest:

  • Bekommt meine Pflanze die ersten Blätter?
  • Wächst meinem Lämmchen bereits ein Zahn?
  • Bilden sich bei meinem Küken schon Federn?

Meist wird ein Jungtier nur bis zum Agricultural Day von einem Schüler „adoptiert“. Ist die weitere Aufzucht gewährleistet und gewollt, können die Kinder ihr Projekttier behalten. Wenn eine Familie ein Tier weiter aufziehen möchte, kauft es dem Bauern das Jungtier ab. Meist wird es aber an den Bauern zurückgegeben.

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„Siehst Du meinen ersten Zahn?“

Schulfest mit Lerneffekt:
Ist mein Kälbchen gut gewachsen?

Der Agricultural Day wird wie ein Schulfest gefeiert und die Kinder präsentieren ihre Ergebnisse. Eine Jury bewertet die Resultate nach bestimmten Kriterien, z.B.:Bewertungskriterien und Aufzuchtshinweise der neuseeländischen Ardmore School

  • Wie sieht die Pflanze aus? Wurde sie gut versorgt?
  • Wie wird/werden die Pflanze/n präsentiert?
  • Ist das Logbuch verständlich und schön präsentiert?
  • Sind die Tiere gut gepflegt und gesund?
  • Bei vierbeinigen Tieren: Kann ich mein Tier führen und/oder zu mir rufen?

Auch wenn eine Preisverleihung dazu gehört, steht der Lerneffekt im Vordergrund.

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Tierisches Schulprojekt

Der Stall wird zum Klassenzimmer:
Landwirtschaftliche Projekte für Kinder in Deutschland

In Deutschland gibt es ebenfalls landwirtschaftliche Projekte für Kindergarten- und Schulkinder. Das Ziel: Den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Lebensmitteln zu verdeutlichen – 2 Beispiele:

„Landwirtschaft macht Schule“: Über 40 Bauernhöfe im Münsterland öffnen ihre Türen für Schulgruppen. Neben dem Lernen vor Ort am „lebenden Objekt“ stellt das Projekt auch Unterrichtsmaterialien zu Verfügung.

„Lernen auf dem Bauernhof“: In der Hocheifel wird seit 2009 der Bauernhof zum Klassenzimmer. Kinder erhalten einen Einblick wie die Landwirtschaft funktioniert und wo ihre Milch herkommt.

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