Das Spitzmaulnashorn lebt u. a. in Ost- und Südafrika.
Flickr: Arno Meintjes
Flickr: Arno Meintjes

Familie Spitzmaulnashorn wächst:
Schon fast 5.000 Tiere

09.07.2014
Quelle:
WWF
Auch der Bestand an Breitmaulnashörnern ist auf über 18.000 Tiere
angewachsen. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh:
Afrika steht vor einer größeren Wilderei-Krise.


In Südafrika leben weltweit die meisten Nashörner. Angabe des WWF 2007 wurden dort 14 Tiere gewildert, 2013 waren es 1.004 – das entspricht einer Steigerung von fast 8.000 %. Auch wenn sich der Bestand an Breit- und Spitzmaulnashörnern in ganz Afrika erholt hat, stellt die Wilderei eine Gefahr für die Tiere dar. Wenn sie so weitergeht wie bisher, werden auf lange Sicht mehr Nashörner gewildert als neu geboren – ihr Bestand wird zurückgehen.

Die Wilderei von Nashörnern ist in Südafrika ein lohnendes Geschäft:
1 Nashorn-Horn ist auf dem Schwarzmarkt mehrere 10.000 € wert. Da sich
die Tiere in menschlicher Obhut nur selten vermehren, kann ihr Überleben langfristig nur über die Eindämmung der Wilderei gesichert werden.

Nashorn-Horn: Kein Allheilmittel gegen Krankheiten

Die Nachfrage am Horn der Tiere wächst vor allem in Vietnam und China an: Das zermahlene Horn gilt als Wundermittel gegen Fieber, Schmerzen, Schlaganfall und Krebs. Dabei besteht es hauptsächlich aus Keratin – genau wie Haare und Fingernägel. Eine medizinische Wirksamkeit konnte nie bewiesen werden. Übersicht über die medizinische Grundlage (englisch) Auf Grund des hohen Preises gelten Nashorn-Hörner außerdem als Statussymbol: Wer zerriebenes Nashorn-Pulver besitzt, hat viel Geld.

Kampf an allen Fronten:
4 Methoden um Wilderei zu unterbinden

Seit 1977 ist der Handel mit Nashornprodukten durch das Washingtoner Artenschutzabkommen verboten. Auch in Vietnam dürfen die Produkte weder gekauft noch besessen werden. Die Realität: Seit 2008 wurde kein Fall gerichtlich bestraft.

Es gibt viele Ansätze um der aktuellen Wilderei-Krise entgegen zu wirken: Aufklärungsprogramme, Gift, High-Tech und Umsiedelungen sollen helfen.

Die Aufklärung läuft vor allem in Vietnam und China. Dort bemüht sich der WWF in Zusammenarbeit mit anderen Nichtregierungsorganisationen, die Gerüchte über die heilende Wirkung von Nashorn-Horn zu widerlegen. Dabei wird er von Medizinverbänden, Krebsforschern, Fluggesellschaften und Prominenten unterstützt. Mit Erfolg: Auskunft des WWF Im März 2014 wurde von der vietnamesischen Regierung angeordnet, Verstöße gegen das Handelsverbot strenger zu ahnden, Grenzkontrollen zu verschärfen und Massenmedien zur Erklärung der Gesetzeslage heranzuziehen.

Seit 2010 bedienen sich private Besitzer von Wildreservaten einer ungewöhnlichen Methode, um ihre eigenen Nashörner zu schützen:
Sie behandeln die Hörner der Tiere mit einem Gemisch Kurzfilm von ARDaus roter Farbe
und einem für Menschen giftigen Pestizid. Dadurch wird das Horn für
„medizinische Zwecke“ wertlos.

Staatliche Nationalparks setzen auf High-Tech: WWF-Video Sie nutzen Drohnen und Militäreinheiten, um Wilderer zu verfolgen und die Tiere zu schützen. Eine recht neue Methode ist die Verwendung von Mikrochips in den Hörnern: So können Wilderer besser verfolgt werden. Da die Chips eindeutig zugeordnet werden können, erleichtern sie die Beweisführung vor Gericht.

International ist das Problem bekannt – auch in der Bundesregierung ist die Wilderei angekommen: Am 4. Juli stimmte das Parlament einem Antrag von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen zu. Darin verpflichtet die Bundesregierung sich, mit den von Wilderei betroffenen LändernUrsprungs-, Transit- und Empfängerländer des Nashorn-Horns in Dialog zu treten und sie im Kampf gegen Wilderei zu unterstützen. Dadurch soll die Nachfrage an Nashorn-Horn zu medizinischen Zwecken und als Statussymbol massiv gesenkt werden.

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