Eine Pflanze wächst aus einer gerissenen Asphaltdecke.
Flickr: Mike Haufe
Flickr: Mike Haufe

500 Pflanzenarten befreien Böden von Schadstoffen:
Neu entdeckte Pflanze zieht Nickel aus dem Boden

18.06.2014
Quelle:
Phyto Keys
Auf den Philippinen wurde 1 neue Pflanze entdeckt, die besonders viel
Nickel aus der Erde entfernt. So kann die Belastung langfristig
auf ein ungefährliches Maß reduziert werden.


Böden können Zeitbomben sein – seit Jahrhunderten sammeln sich schädliche Stoffez. B. Schwermetalle oder organische Schadstoffe – eine genaue Erklärung folgt im nächsten Absatz. in ihnen an. Unter bestimmten Umweltbedingungenz. B. Zufuhr von saurem Regen durch Kohleverbrennung oder eingetragene Tenside in der Umwelt. werden sie ins Grundwasser getragen und gelangen in unsere Nahrungskette.

Um die Gefahren stark belasteter Böden einzudämmen, müssen die Gefahrstoffe wieder aus dem Boden herausgeholt werden. 1 Möglichkeit dafür ist die Phytoextraktion durch Pflanzen. Dabei nehmen Pflanzen große Schadstoffmengen über ihre Wurzeln auf und speichern sie in ihren Blättern ab.

Böden sind durch zahlreiche Schadstoffe belastet

Die Liste gefährlicher Stoffe in unseren Böden ist lang. Zu den Bekanntesten gehören SchwermetalleSchwermetalle sind eine Stoffgruppe, die hauptsächlich aus giftigen oder umweltgefährlichen Metallen besteht. Dazu gehören u.a. Kupfer, Nickel, Quecksilber, Blei, Cadmium und Arsen. und organische Schadstoffe.Organische Schadstoffe gelangen vor allem durch Pestizide und Industrieanlagen in die Umwelt. Zu den Bekanntesten gehört das in den 1970er Jahren in Deutschland verbotene DDT, ein Insektizid das bei Menschen Krebs auslöst und die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Bis heute findet sich DDT im Boden, weil es biologisch nur sehr schwer abbaubar ist. Weitere bekannte organische Schadstoffe sind PCB, giftige und krebsauslösende, ehemalige Industrieweichmacher, und PCDD / PCDF, Nebenprodukte industrieller Verbrennungsprozesse, die ebenfalls giftig, fruchtschädigend und krebserregend sind. Viele organische Schadstoffe sammeln sich im Fettgewebe an. Dadurch sind Tiere, vor allem Fische, stark mit ihnen belastet. Am Ende der Nahrungskette stehen wir und sind ebenfalls belastet. Böden sind stärker belastet als Wasser und Luft, weil sie als „Endlager“ dienen: Gelangen gefährliche Stoffe durch Verbrennungsprozesse, Minen oder Industrieanlagen in die Umwelt, landen sie häufig in der Luft. Durch NiederschlägeNiederschlag ist nicht nur Regen, sondern auch Schnee, Hagel, Nebel und sich ablagernde Stäube. kommen sie entweder direkt in den Boden oder landen zunächst in Gewässern, wo sie sich schließlich im SedimentDer Boden von Seen, Teichen, Flüssen und Meeren. anlagern.

Die meisten Schadstoffe sitzen im Boden fest: Sie werden in komplexen Verbindungen gebunden. Irgendwann ist der Boden „voll“: Er kann keine weiterenOnline-Fachzeitschrift vom Ministerium für ein lebenswertes Österreich Stoffe binden und muss saniert werden. Um den umweltschädlichen, sehr teuren „Notfallsanierungsmethoden“, z.B. Verbrennen oder Auswaschen des Bodens mit Säuren, vorzubeugen, können Pflanzen und Bakterien eingesetzt werden.

Bodensanierung durch Pflanzen und Bakterien

Bakterien beschleunigen die biologische Abbaubarkeit organischer Schadstoffe. Schwermetalle können jedoch nicht biologisch abgebaut werden. Hier kommen Pflanzen zum Einsatz.

Weltweit gibt es ca. 500 Pflanzenarten, die Schadstoffe in größeren Mengen aus dem Boden herausziehen, sogenannte Hyperakkumulatoren.Dies sind Pflanzen, die besonders viele Schadstoffe aufnehmen können, ohne selbst einen Schaden davonzutragen.
Die neu entdeckte Rinorea niccolifera ist in der Lage, bis zu 18 mg Nickel
pro 1 kg Biomasse aufzunehmen. Zum Vergleich: Eine artverwandte Pflanze, die Rinorea javanica, die auch zu den Hyperakkumulatoren gehört,
nimmt 2,17 mg pro 1 kg Biomasse auf. Somit gehört die Rinorea niccolifera zu den sehr guten Hyperakkumulatoren. Eine Schwierigkeit gibt es bei den meisten Hyperakkumulatoren aber doch: Sie wachsen im europäischen Klima nur langsam und entwickeln daher keine hohe Biomasse. Das Problem wird bisher mit Pflanzen gelöst, die nur mittelmäßig viele Schadstoffe aufnehmen, aber eine große Biomasse haben. An der Optimierung des Verfahrens wird noch gearbeitet.

In den USA wird Phytosanierung schon länger genutzt, um ehemalige Mülldeponien oder Forschungseinrichtungen zu entgiften. Z. B. wird damit das Information von der Ian Somerhalder Foundation Aberdeen Proving Ground, 1 ehemalige Forschungs- und Entwicklungseinrichtung der US Army in Maryland, gereinigt.

Metallrecycling mit Hilfe der Pflanzen

Beim Ernten der Pflanzen werden die in ihnen angereicherten Schadstoffe aus der kontaminierten Gegend entfernt. Der Zeitpunkt der Ernte Technischer Leitfaden zur Phytoextraktion der Universität für Bodenkultur Wien ist abhängig von der PflanzenartBäume bleiben z. B. länger stehen als Farne oder 1-jährig wachsende Kräuter. und der RestkonzentrationEs werden regelmäßig Proben von den belasteten Böden genommen, die im Labor auf ihren Schadstoffgehalt untersucht werden. der Schadstoffe im Boden.

Die geernteten Pflanzen werden entweder verbrannt oder kompostiert. Beim Kompostieren ist darauf zu achten, dass sich unter dem Kompostiermaterial eine Tonmineralschicht befindet: Sie fängt die beim Abbau freigesetzten Metalle auf.

Sowohl aus den Verbrennungsrückstanden als auch aus den Tonmineralien können die Metalle wieder zurückgewonnen werden. Die Verfahren dafür sind allerdings noch nicht ausgereift.

500 Pflanzenarten befreien Böden von Schadstoffen:
Neu entdeckte Pflanze zieht Nickel aus dem Boden
geschrieben von kristina average rating 2/5 - 4 Besucherbewertungen

Tipp: Noch mehr kommen per E-Mail. Damit Du keine
Gute Nachricht mehr verpasst, sicher Dir unseren Newsletter!

Deine Dosis Guter Nachrichten ist zu
100 % werbefrei & gemeinnützig!

Nur so können wir unabhängig bleiben.
>> Wie wir das schaffen, kannst du hier nachlesen!

Gefällt Dir unsere ehrenamtliche Arbeit?
Schenk uns doch ein „Gefällt mir“ bei Facebook!

[Gesamt:4    Durchschnitt: 2/5]

Wir bieten werbefreie Nachrichten!

Wir machen wissenschaftlichen Verbraucher-Journalismus:
Fakten – und keine Meinungen, optimistisch & gemeinnützig (mehr)

Positive News

Wir berichten über positive Entwicklungen, Ideen und Ereignisse. Recherchiert anhand von Original-Quellen, die kurz zusammengefasst sind.

Stories

Zum Top-Thema des Monats erhältst Du 1 Fachbeitrag
– von Fachmenschen geschrieben inklusive sofort umsetzbarer Tipps.

Save the Date

Petitionen, Veranstaltungen, Do It Yourself-Lösungen und Organisationen
– unser Kalender und Verzeichnis startet in der Crowdfunding-Phase.

NEU – Gute Nachrichten kommen per E-Mail

Bleib immer auf dem Laufenden
und sichere Dir 1x im Monat Deine Dosis
Gute Nachrichten:

100 % werbefrei – Abmelde-Link in jeder Mail – Datenschutz