Die Große Hufeisennase gehört europaweit zu den seltensten Säugetieren.
Wikipedia: Marie Jullion

Rekordnachwuchs für Deutschlands seltenste Fledermaus:
Beobachte die Großen Hufeisennasen per Webcam

09.10.2014
Quelle:
NABU
Die vom Aussterben bedrohten Tiere leben in Deutschland
nur noch in einem Haus in der bayrischen Oberpfalz.
Dieses Jahr gibt es 50 Jungtiere – ein Rekord.


Die Große Hufeisennase gehört europaweit zu den seltensten Säugetieren
– in Hohenburg in der Oberpfalz ist die letzte in Deutschland bekannte Wochenstube der Tiere. In dieser leben die Weibchen von Ende April bis
ca. September und ziehen im Sommer ihre Jungen groß – anschließend ziehen sie in ihre nahegelegenen Winterquartiere und halten dort ihren Winterschlaf.

 Anzahl der Großen Hufeisennasen steigt an

Seit Entdeckung der letzten deutschen Wochenstube im Jahr 1992 ist die Zahl der Großen Hufeisennasen in dem alten Dachstuhl kontinuierlich gestiegen: Tagebuch des Projekts „Große Hufeisennase“

  • 1992: 21 ausgewachsene Tiere, 10 Jungtiere geboren
  • 1996: 18 ausgewachsene Tiere, 9 Jungtiere geboren
  • 2004: 24 ausgewachsene Tiere, 15 Jungtiere geboren
  • 2008: 27 ausgewachsene Tiere, 21 Jungtiere geboren
  • 2012: 83 ausgewachsene Tiere, 34 Jungtiere geboren

Dieser Positivtrend setzt sich 2014 fort: Zurzeit (Stand: 14.7.2014) leben 111 ausgewachsene, weibliche Fledermäuse mit 49 Jungtieren dort – eines der diesjährigen Jungtiere wurde in einem Unfall getötet. Die Männchen leben nicht in der Wochenstube sondern in den umliegenden Wäldern. Sie besuchen die Wochenstube nur zur Paarungszeit.

Umgebung wird fledermausfreundlicher

Mit der Zahl der lebenden Tiere ist ein wichtiges Ziel der Fledermausschützer erreicht: Die 100er-Marke im Wochenstubenquartier. Um diese seltene Art zu erhalten, wird seit 2012 die Umgebung des Gebäudes fledermausfreundlicher gestaltet: Durch Kuhweiden sollen Blatthornkäfer – die Leibspeise der Fledermäuse – in die Umgebung gelockt werden. Dazu gehören u. a. Maikäfer und Rosenkäfer.

Große Hufeisennasen per Webcam beobachten

Wenn Du Dich für die Entwicklungen in der Wochenstube interessierst, kannst Du in dem Tagebuch des Projekts das Leben der Großen Hufeisennasen verfolgen. Via einer Webcam kannst Du einen Blick direkt in den Dachstuhl werfen und die Tiere beobachten, ohne sie zu stören.

Fledermäuse: Nützliche, aber bedrohte Tiere

Fledermäuse sind sehr nützliche Tiere – sie ernähren sich u. a. von Stechinsekten, Fliegen und Heuschrecken. Jede Nacht verspeisen sie Insektenmengen von bis zu 50 % des Körpergewichts. Doch die nützlichen Helfer gehören zu den Tieren, die am meisten unter Lebensraumvernichtung und intensiver Land- und Forstwirtschaft leiden. Insgesamt gibt es 23 Fledermausarten in Deutschland – 17 von ihnen stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tiere in Deutschland.

Früher war die Große Hufeisennase in ganz Süddeutschland Steckbrief der Großen Hufeisennase vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) verbreitet
– von diesem Bestand ist nur noch diese einzige Kolonie übrig geblieben.
Sie ist die seltenste Fledermaus Deutschlands und vom Aussterben bedroht.

Die Probleme der empfindlichen Hufeisennasen:
Fehlende Wochenstuben und wenig Nachwuchs

Mehrere Faktoren gefährden das langfristige Überleben
der Großen Hufeisennasen:

1.) Sie ziehen ihre Jungen auf Dachböden groß – in modernen Gebäuden gibt es kaum noch Platz für sie.

2.) Jedes Weibchen bekommt höchstens 1 Junges pro Jahr. Es wird meist im Juni oder Juli geboren und benötigt in dieser Zeit eine sehr ruhige Umgebung.

3.) Die Jungtiere benötigen in der Nähe der Wochenstube ausreichend Nahrung. Sie lernen im Umkreis von 1,5 km das Jagen

4.) Die Fledermäuse sind sehr standorttreu – Sommer- und Winterquartier dürfen höchstens 35 km auseinander liegen – beide müssen frostsicher, zugluftfrei und ausreichend warm sein.

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