Die Riesenschildkröten auf der Insel Española können nun wieder allein überleben.
Riesenschildkröte, Aussterben, Galapagos

Rückkehr der alten Riesen:
Galápagos-Riesenschildkröte vom Aussterben gerettet

03.11.2014
Quelle:
PLoS One
2012 starb die ca. 100 Jahre alte Galápagos-Riesenschildkröte
„Lonesome George“. Naturschützer konnten seine Verwandten
retten: Es gibt wieder mehr als 1.000 Exemplare auf Española.


1960 lebten nur noch 15 Riesenschildkröten auf der Insel Española, die zu den Galápagos-Inseln gehört. Die Schildkröten dort sind die größten weltweit.

Im 17. Jahrhundert waren Riesenschildkröten noch weltweit verbreitet. Die Tiere werden bis zu 1,2 m lang und haben ein Gewicht von bis zu 270 kg. Eine erwachsene Schildkröte kann leicht einen Menschen auf ihrem Rücken tragen.

„Lonesome George“ (deutsch:„Einsamer George“) war die vermutlich letztePinta-RiesenschildkröteBenannt nach der Insel Pinta im Galápagos-Archipel auf der „Lonesome George“ entdeckt wurde. Wissenschaftler sind sich noch nicht einig, ob „Lonesome George“ wirklich der Letzte seiner Art war: Auf der Insel Isabela wurden 2012 17 Riesenschildkröten gefunden, die ebenfalls zur Pinta-Familie gehören. Die genaue Unterscheidung von Unterarten ist nicht einfach. und erreichte ein Alter von ca. 100 Jahren – nicht ungewöhnlich für die Tiere: Der Rekord liegt bei 170 Jahren. Artikel im National Geographic (englisch)

Die Riesenschildkröten der Insel Española sind enge Verwandte der Pinta Riesenschildkröte – beide sind eine Unterart der Galápagos-Schildkröten.

Schildkröten auf Partnersuche:
1960 nur noch 3 Männchen & 12 Weibchen

1960 gab es auf Española nur noch 15 Española-Riesenschildkröten. Die Anzahl war so gering, dass sich die 12 Weibchen und 3 Männchen nicht finden konnten – um sich zu paaren.

1963 starteten Naturschützer ein erfolgreiches Schildkröten-Rettungsprogramm in der Charles Darwin Forschungsstation auf der benachbarten Insel Santa Cruz. Dabei war die größte Herausforderung
nicht die Paarung, sondern das Auswildern der jungen Schildkröten.

Galapagos, Darwin, Schildkröte

Die Galápagos-Inseln gehören zu Equador und gehören auf Grund ihrer Flora und Fauna zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Menschen, Ziegen & Schweine:
3 Eindringlinge verdrängten Riesenschildkröten

In der Vergangenheit wurden die Riesenschildkröten auf den Galápagos-Inseln durch 3 „Eindringlinge“ stark bedroht:

1.) Menschen

1535 setzten die 1. Menschen ihren Fuß auf die Inselgruppe und jagten die Schildkröten.

Ihr Fleisch diente als Nahrung und zur Gewinnung von Öl, z.B. für Lampen. Information der Regierung der Galápagos-Inseln
So wurde die Anzahl der Schildkröten auf den Inseln stark verringert.

2.) Ziegen

Der 2. „Eindringling“ waren wilde Ziegen – 1905 ausgesetzt von den Bewohnern. Sie fraßen die Leibspeise der Schildkröten weg: Kakteen.

Innerhalb von 1 oder 2 WochenBBC berichtet über den Schildkröten-Schutz (englisch) haben die Ziegen einen 500 – 1.000 Jahre alten Kaktus-Bestand vernichtet.

3.) Schweine

Durch den Menschen mitgebrachte Schweine stöberten die Nester der Schildkröten auf und fraßen die Eier.

1960 war das Ökosystem der Galápagos-Inseln vollständig aus dem Gleichgewicht geraten. Studien zum Schildkrötenschutz auf den Galápagos-Inseln

Erholung des Ökosystems:
1.000 Schildkröten auf der Insel Española

Um das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen, begannen die Naturschützer, die Ziegen auszurotten. Auf der Insel Española gelang das im Jahr 1978. Seitdem werden auf der Insel wieder Schildkröten ausgesetzt.

Insgesamt wurden 2.000 Tiere auf die Insel gebracht, um sie zurück zu erobern. Manchmal mit ein wenig Hilfe von außen, z.B. um die Nester gegen Schweine zu schützen.

1.000 Tiere haben bis heute überlebt – bestätigen Forscher in einer jetzt veröffentlichten Studie. Fazit: Die Schildkröten sind nun in der Lage ihre Population selbst aufrecht zu erhalten.

„Lonesome George“ wurde ca. 100 Jahre alt und starb im Juni 2012 in einer Forschungsstation auf der Insel Santa Cruz (Galápagos-Inseln).

Laut Studien-Autor Prof. James Gibbs (State Universität, New York, USA) sind die Ergebnisse auf der Insel Española „ein seltenes Beispiel für eine wahre Erfolgsgeschichte im Bereich Naturschutz. Wir haben etwas gerettet, das kurz vorm Aussterben stand und jetzt kümmert es sich um sich selbst.“

Ökosysteme sind anspruchsvoll:
50 Jahre reichen für Wiederherstellung nicht aus

„Aber es gibt noch mehr zu tun Pressemitteilung der Forschungseinrichtung der State Universität damit sich das Ökosystem, von dem die Schildkröten und andere seltene Arten abhängen, wieder vollständig erholen kann“, betont Gibbs.

Die Erfolgsgeschichte der Riesenschildkröten zeigt, wie kompliziert es ist ein Ökosystem im Gleichgewicht zu halten: Obwohl der Einsatz für die Rettung der Schildkröten auf der Insel Española bereits vor mehr als 50 Jahren begann, gibt es immer noch nicht genügend Kakteen um die Schildkrötenpopulation weiter steigen zu lassen – das kann noch Jahrhunderte dauern.

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