Demonstrationen nehmen zu.

Bienen-Sterben stoppen:
Bio-Pestizid aus Spinnen-Gift & Schneeglöckchen

11.05.2015
Quellen:
The Royal Society
Europäische Kommission
Mehr als 1/3 unserer Nahrung wird von Tieren bestäubt.
Weil heutige Pestizide Bienen schaden können, werden
Alternativen gesucht, z.B. Bio-Pestizide aus Spinnen-Gift ...


Das weltweite Bienen-Sterben stellt Wissenschaftler immer noch vor Rätsel
– aber: Einige Ursachen des sogenannten Colony Collapse DisorderAusführlicher Wikipedia-Eintrag zum Völkerkollaps (CDC, deutsch: Völkerkollaps) konnten bereits identifiziert werden.

Dazu gehört der Einsatz bestimmter Pestizide, vor allem der sogenannten Neonicotinoide.Wikipedia-Eintrag zu Neonicotinoiden

Wissenschaftler sind auf der Suche nach alternativen Formen der Schädlingsbekämpfung und entwickeln z.B. sogenannte Bio-Pestizide
– hergestellt aus biologischen Wirkstoffen, die oft sehr spezifischDas bedeutet, dass ein Pestizid nur für bestimmte Lebewesen giftig ist. In den 1940er wurden zur Insektenbekämpfung sehr unspezifische
– häufig auch für den Menschen schädliche
– Schädlingsbekämpfungsmittel, z.B. DDT, genutzt.
Neonicotinoide sind bereits spezifischer. Die Herausforderung ist es, Stoffe zu finden, die noch spezifischer nur entsprechende Schädlinge angreifen – nicht aber Bestäuber, andere Tiere und Menschen.
 wirken.

Ein „bienenfreundliches“ Pestizid aus Spinnen-Gift und Schneeglöckchen ist vielversprechend.

Schneeglöckchen als bienenfreundliches Pestizid …

„Fleißige Bienchen:“
Mehr als 75 % der Ernte-Pflanzen werden bestäubt


35 % Studie zur Bedeutung der Bestäuber für unsere Ernährung (englisch, 2007) der globalen Nahrungsmittel-Produktion hängen von der Bestäubung durch Tiere ab. 87 der 115 Ernte-Pflanzen sind auf Bienen und andere Insekten angewiesen.

Die Honig-Biene ist – wirtschaftlich gesehen – der wichtigste Bestäuber: Der Ertrag einiger Obst-Sorten, Saaten und Nüsse verringert sich ohne Bestäuber um mehr als 90 %.

87 der 115 Ernte-Pflanzen sind auf Bienen und andere Insekten angewiesen.

Das Verschwinden der Bienen hat eine enorme wirtschaftliche Studie zum wirtschaftlichen Wert von Bestäubern (2008, englisch) Bedeutung: Der Wert der Bestäubung weltweit wird auf 153 Milliarden € geschätzt.

Mögliche Ursachen für das Bienen-Sterben


Der Völkerkollaps oder CDC wird seit Anfang der 2000er Jahre als solcher bezeichnet und bezieht sich auf das stark erhöhte Bienen-Sterben vor allem in Europa und NordamerikaAuch in Asien sinken die Zahlen der überlebenden Bienen stärker als sonst. Ein Bericht (englisch) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Environmental Programme, UNEP) von 2010 beschreibt das Ausmaß und mögliche Ursachen. .

Vor allem in den USA Studie zu den Zahlen der überlebenden Bienen nach dem Winter 2013/2014 (englisch) liegt die Überlebens-Quote nach jedem Winter weit unter den erwarteten Werten.

Dieser Anblick macht sehr traurig.

Auch wenn bei der Erforschung der Ursache für das erhöhte Bienen-Sterben noch viele Fragen offen sind – in einem sind sich die meisten Wissenschaftler einig: Es gibt nicht nur einen (!) Grund, sondern mehrere.

Dazu zählen:

  • Befall mit der Varroa-Milbe
  • Pestizide, vor allem Neonicotinoide
  • Fungizide, also Pflanzenschutzmittel, die Pilze töten
  • Mobilfunk
  • Unter- oder Fehl-Ernährung

Neonicotinoide: Tödlich für Insekten
– ungefährlich für den Menschen?


Die Pestizidgruppe der Neonicotinoide steht in Verdacht, Bienen zu schädigen: Ihre Lernfähigkeit und ihr Gedächtnis nehmen ab, so dass sie häufig nicht mehr in ihren Bienenstock zurückfinden und sterben.

Die Neonicotinoide wirken auf das Nervensystem der Insekten und stören dort die Weiterleitung von Nerven-Reizen.

Die Annahme, dass sie Säugetiere nicht beeinflussen, wurde 2012 durch eine Studie mit jungen Ratten Studie zur Wirkung von Neonicotinoiden auf neugeborene Ratten (englisch, 2012)  in Frage gestellt: Bis dahin galt, dass Neonicotinoide eine starke Wirkung auf das Nervensystem von Insekten haben, für Menschen und andere Säugetiere aber ungefährlich seienIn Taiwan wurden bis 2007 70 Menschen mit Vergiftungen durch Neonicotinoide in Krankenhäuser eingeliefert. In den meisten Fällen hatten die Betroffenen einen Selbstmord-Versuch hinter sich. 2 der Opfer starben..

Neue Ergebnisse sprechen eine Warnung für den Menschen aus.

Die Ergebnisse sorgten dafür, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Pressemitteilung der EFSA zur Gefahr von Neonicotinoiden (englisch) eine Warnung für Neonicotinoide für den Menschen aussprach: Möglicherweise können sie die Entwicklung unseres Nervensystems negativ beeinflussen.

Seit 2013 sind 3 NeonicotinoideClothiandin, Imidacloprid und Thiamethoxam in der EU Gesetzes -Änderung der EU vorläufig – für 2 Jahre – verboten. Sie stehen in Verdacht für Bienen besonders gefährlich zu sein.

Spinnen-Gift + Schneeglöckchen-Protein
= Bio-Pestizid

Alternativen – die weder für Bienen, noch für Menschen gefährlich sind, aber Schädlinge fern halten – sind von Nöten. Eine solche Alternative könnte das von Wissenschaftlern entwickelte „Rezept“ mit Spinnen-Gift sein.

Die 2 Haupt-Zutaten für das Bio-Pestizid: das Gift der Sydney-Trichternetzspinne„Pur“ ist das Gift eines der giftigsten der Welt und für den Menschen tödlich: Zwischen 1927 und 1981 sind 13 Menschen an Bissen der Spinne gestorben. 1981 wurde ein Gegengift entwickelt. Seitdem sind keine Todesfälle mehr bekannt. und ein Protein vom Schneeglöckchen.

Ist die Sydney-Trichternetzspinne der Superheld für die Bienenwelt?

Das Bio-Pestizid ist sehr spezifisch und hatte in Tests – selbst in erhöhten DosenD.h. Mengen, die den tatsächlichen Einsatz für die Schädlingsbekämpfung überschreiten. – keine Auswirkungen auf die Lernfähigkeit und das Gedächtnis der Bienen. Die Haupt-Kritik der Neonicotinoide bezieht sich auf den negativen Einfluss auf genau diese Fähigkeiten der Bienen: Sie sind wichtig für die Nahrungssuche und Navigation – ist das Gedächtnis der Bienen gestört, finden sie nicht zurück zum Bienenstock.

Bio-Pestizide:
Eine (!) Maßnahme von vielen

Bio-Pestizide allein können das Bienen-Sterben nicht beenden – zu viele verschiedene Faktoren sind für die Situation verantwortlich.

Eine Kombination aus verschiedenen MaßnahmenArtikel der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ist notwendig. Dazu gehören:

  • Veränderter Pestizideinsatz
  • Mehr Lebensräume für die Bienen
  • Bessere Futtermöglichkeiten
  • Viren-Bekämpfung um die Gesundheit der Bienen zu verbessern
  • Bekämpfung verschiedener, bienenfeindlicher Arten, z.B. der Varroamilbe
  • Bienenfreundliche Landwirtschaft

Auch die Nutzung besonderer Anbau-Formen in der Landwirtschaft können genutzt werden. Der Anbau verschiedener Pflanzen auf einem Feld und bestimmte Pflanzen-Folgen können Schädlinge abwehren.

Viele dieser Formen sind bereits sehr alt: Die Milpa, Artikel zur Milpa vom BUNDbei der vor allem Mais, Bohnen und Kürbisse angebaut werden, wurde z.B. bereits von den Maya in Mittelamerika genutzt.

Aktiv werden …

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Bio-Pestizid aus Spinnen-Gift & Schneeglöckchen
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