Ambitionierter Plan: Boyan Slat (20) will Ozeane vom Plastik-Müll befreien.
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Wie dieser Junge unsere
Ozeane vom Plastik-Müll befreien will

27.11.2014
Quelle:
The Ocean Cleanup
Als erstes will der Niederländer die Plastik-Insel im Pazifik beseitigen.
Gemeinsam mit 100 Experten hat er im Ozean erste Prototypen
erfolgreich getestet und 2 Millionen $ mit Crowdfunding gesammelt.


Das Projekt des jungen Niederländers Boyan Slat „The Ocean Cleanup“(deutsch: „Die Ozean Säuberungsaktion“) hat ein ambitioniertes Ziel: Die riesigen Mengen Plastik-Müll aus den Ozeanen fischen.Weitere Positive News: Plastikflaschen aus Meermüll & innovative Aufräumarbeiten im Plastikmeer

Geht das? Mithilfe der Methode von „The Ocean Cleanup“ soll es möglich sein fast die Hälfte des Plastik-Mülls im Pazifischen Ozean innerhalb von 10 Jahren zu beseitigen. Das bestätigt der 530 Seiten lange Bericht zur Machbarkeit der Methode, der im Juni 2014Der ursprüngliche Plan war es, alle Ozeane in nur 5 Jahren vom Plastik zu befreien.

Der Bericht basiert auf den Ergebnissen der ersten kleinen Prototypen und wurde gemeinsam von 70 Wissenschaftlern und Ingenieuren verfasst.
 veröffentlicht wurde.

Gemeinsam mit mehr als 100 Wissenschaftlern und Unterstützern hatte Slat erste Prototypen seiner Konstruktion zur Meeresreinigung vor den Azoren im Atlantischen Ozean getestet.

Jüngster Preisträger aller Zeiten:
Auszeichnung durch die Vereinten Nation (UN)

The Ocean Cleanup sorgte bereits international für Schlagzeilen – seit November 2014 darf sich Jungunternehmer Slat auch „Champion of the Earth“ (deutsch: „Champion der Erde“) nennen – ausgezeichnet durch die UN.Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) händigt den Preis jedes Jahr in 5 Kategorien aus. The Ocean Cleanup bekam ihn in der Kategorie „inspiration & action” (deutsch: „Inspiration & Handeln“).

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Der Jungunternehmer Slat vor Plastik aus dem Meer

Der Preis wurde durch UN-Botschafterin Gisele Bündchen überreicht, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon gratulierte ebenfalls.

Damit ist der Niederländer der jüngste Preisträger aller Zeiten und reiht sich gemeinsam mit Klimaschutz-Aktivist Al Gore, dem französischen Naturfotografen Yann Yves-Bertrand und berühmten Wissenschaftlern in die Liste der Preisträger ein.

Das Problem:
„Plastik-Suppe“ im Meer bildet riesige Plastik-Inseln

Millionen Tonnen (t) Plastik sind bereits in die Ozeane gelangt: Schätzungen Bericht des UNEP zu Müll im Ozean (2005, englisch)gehen davon aus, dass in jedem km² der Ozean-Oberfläche mehr als 13.000 Plastik-Teile schwimmen.

Das Plastik konzentriert sich vor allem an 5 Meeresströmungen weltweit in riesigen Plastik-Inseln. Es wird vermutet, dass sich 1/3 des Plastiks, Studie zu Plastikabfällen in den Ozeanen (2014, englisch)das in die Ozeane gelangt, im Pazifik ansammelt. Die Größe des sogenannten „Great Pacific Garbage Patch“ (deutsch: „Große Pazifik-Müllfläche“): 4 Mal so groß wie Deutschland.Es ist schwierig die genaue Größe der Plastik-Inseln zu bestimmen und auch für die im Pazifik gibt es unterschiedliche Schätzungen.

Ebenso variiert die Anzahl der gefundenen Plastik-Teilchen im Meerwasser. Eine Studie von 2014 fand weniger Teile, als erwartet. Das kann auch damit zusammen hängen, dass das Plastik teilweise bereits in kleinere Teile zerfallen war und im Rahmen der Studie nicht mehr mitgezählt wurde.

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An den 5 größten Meeresströmungen sammelt sich das Plastik an.

In der Plastik-Insel im Pazifik befindet sich durchschnittlich 6 Mal mehr Plastik Studie zur Plastik-Konzentration im Pazifik (2001, englisch)als Plankton – Kleinstlebewesen, die vielen Meeresbewohnern als Nahrung dienen.

Simple Idee, große Wirkung:
Lange, schwimmende „Arme“ sammeln Plastik ein

Die Idee von „The Ocean Cleanup“ ist einfach: Das Meerwasser soll sich selbst – d.h. passiv – mithilfe der Meeresströmungen reinigen. „Plastik-Fallen“ mit langen „Armen“ werden an bestimmten Stellen im Meer angebracht. An den Armen befestigte Barrieren fangen das umhertreibende Plastik auf.

Wichtig ist die Ausrichtung an den Meeresströmungen. Die Barrieren werden einige Meter bis unter die Wasser-Oberfläche abgesenkt. So sammelt sich das Plastik an ihnen an.

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Einer der ersten Prototypen im Test

Das so gesammelte Plastik kann teilweise sogar recycelt werden.Die Firma Ecover nutzt im Meer gesammeltes Plastik bereits um Verpackungen für Reinigungsmittel daraus herzustellen.

Kritik widerlegt: Meerestiere sind nicht gefährdet
& Anlage ist wetterfest

Die simple Idee des jungen Studenten – er war erst 18 Jahre alt, als er seine Idee das 1. Mal bei einer TEDx Konferenz in Delft Video von Slats Vortrag (11:30 min, englisch)vorstellte – führten zu großer Skepsis.

Der Machbarkeits-Bericht gibt Antworten auf 3 wichtige Fragen:

1.) Können die Barrieren Plastik wirklich aus dem Meer filtern?

Die genaue Menge Plastik im Ozean ist schwer zu bestimmen – klar ist jedoch: Es sammelt sich an den Plastik-Inseln. Darum sollten die Barrieren am besten in ihrer Nähe angebracht werden.

Um eine möglichst große Fläche abdecken zu können, hat „The Ocean Cleanup“ Barrieren entwickelt, die 100 km weit reichen.

Um herauszufinden auf welcher Höhe sich das meiste Plastik befindet, hat das 100-köpfige Team von „The Ocean Cleanup“ selbst nachgeforscht. Das Ergebnis: Der Großteil des schwimmenden Plastik-Mülls befindet sich in den obersten 3 m unter der Wasseroberfläche – danach nimmt der Anteil schnell ab.

OceanCleanup plastik design

Das Plastik sammelt sich innerhalb der riesigen Barrieren an.

2.) Sind die Barrieren keine Gefahr für Meeresbewohner?

Nein, die Barrieren haben 2 große Vorteile gegenüber Netzen:

1.) Im Gegensatz zu Netzen bilden die Barrieren keine Gefahr für Tiere und Pflanzen – sie schwimmen einfach unter den Barrieren hindurch.Einige Kritiker der Methode vermuteten, dass sich Plankton – genau wie die Plastikteilchen – an den Barrieren sammelt.

Berechnungen von „The Ocean Cleanup“ zeigen, dass die Menge des „gefangenen“ Planktons zu vernachlässigen ist: Innerhalb eines Jahres geht so viel Plankton verloren, wie der Ozean innerhalb von 7 Sekunden produziert.

2.) Die Barrieren können auch sehr kleine Plastikteile aufsammeln, die für die Maschen von Netzen zu klein sind.

3.) Übersteht die Konstruktion das raue Wetter auf hoher See?

Mitten im Ozean herrschen andere Bedingungen, als an Land. Die größte Herausforderung – auch bei Anlagen, die den Ozean zur Energie-Gewinnung nutzen wollenNach jahrelanger Forschung, könnte bald das 1. Wellenkraftwerk Realität werden. – ist die Sicherstellung der Energiezufuhr durch ein Kraftwerk.

Um die Wucht der Wellen auf hoher See und die zersetzende Wirkung des Salzwassers beim Design der Anlagen zu berücksichtigen, hat sich „The Ocean Cleanup“ mit den größten Firmen im Offshore-Bau zusammengetan und aufwendige Simulationen erstellt.

Die Ergebnisse: Die Anlagen sollen in einer Tiefe von 4 kmDies allein ist eine kleine Sensation: Aktuell befindet sich laut Bericht von „The Ocean Cleanup“ der tiefste Anker weltweit auf einer Tiefe von 2,5 km. installiert werden. Das entspricht der Tiefe des Pazifischen Ozeans an der Stelle, wo sich die Plastik-Insel befindet.

OceanCleanup plastik design 2

Mögliche Vogelperspektive einer Anlage von The Ocean Cleanup

Außerdem werden die Bauteile mit einer speziellen Abdeckung versehen um eine lange Lebensdauer sicherzustellen. Kombiniert mit einem intelligenten Design, bei dem bewegliche Elemente entsprechend isoliert sind, sollte die Anlage mehrere Jahre im Ozean überleben können.

„The Ocean Cleanup“ hat viel Zeit investiert um seine Pläne kontinuierlich zu verbessern – und die Kritikpunkte der Skeptiker Detaillierte Kritik der Machbarkeitsstudie von 2 Meeresbiologen (englisch)aufgegriffen.

Ob der Plan von Boyan Slat aufgeht, wird sich zeigen, wenn der 1. richtige Prototyp – finanziert von dem Geld der Crowdfunding-Kampagne – gebaut und im Pazifik installiert ist.

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Die Ecover „Ocean Bottle“ besteht teilweise aus altem Plastik aus dem Meer.
Ecover
Ecover

Plastikflaschen aus Meermüll
& innovative Aufräumarbeiten im Plastikmeer

Quellen:
Ecover
The Ocean Cleanup
100 % recycelt, davon 10 % Plastik aus dem Meer – 1 Unternehmen
fischt altes Plastik aus dem Meer & nutzt es erneut. Das Projekt The Ocean Cleanup will die Ozeane vom Plastik-Müll befreien.


Die neue Plastikflasche „Ocean Bottle“ (deutsch: „Ozeanflasche“) mit einem
10 %-igen Anteil an Plastik aus dem Meer ist seit einigen Wochen in britischen Ecover erklärt das Konzept in einem Kurzvideo (2:30 min) (englisch) Supermärkten erhältlich. Der belgische Hersteller für ökologische Reinigungsmittel Ecover plant die Ausweitung des Angebots und hofft, so mehr Menschen auf die Plastik-Problematik in unseren Weltmeeren aufmerksam zu machen.

Unter dem Namen „Message in a bottle“ (deutsch: „Flaschenpost“) kündigte Ecover das Projekt 2013 an. Der Anteil des Plastiks aus dem Meer in den vollständig recycelten Verpackungen soll weiter erhöht werden. Der US-amerikanische Hersteller von Reinigungsmitteln Method (deutsch: Methode) nutzt bereits seit 2012 Plastik aus dem Meer, jedoch nur solches, das per Hand vom Strand eingesammelt wurde. Ecover gehört zu den führenden Unternehmen bei der Herstellung von umweltschonenden Reinigungsmitteln.Eine weitere aktuelle Innovation des Unternehmens ist die Nutzung von Algen- statt Palmöl. Um das Plastik aus dem Meer zu fischen arbeitet der Betrieb mit der gemeinnützigen Organisation Waste Free Ocean (deutsch: Müllfreier Ozean)Eine teils öffentlich, teils privat (u. a. von der europäischen Plastikindustrie) unterstützte Organisation (englisch). zusammen.

Fischer nutzen speziell entwickelte Fischerboote und werden für den „Tagesfang“ an Plastik bezahlt. Die Weiterverarbeitung erfolgt in einer speziellen Recyclinganlage in Großbritannien. Vorstellung der Recyclinganlage für Meeres-Plastik (englisch)

Urlaub auf der Plastik-Insel?
– 4 mal so groß wie Deutschland

Die Weltmeere sind voll mit Plastik und anderem Müll. Im schmalen englischen Kanal zwischen Großbritannien und Frankreich schwimmen z.B. pro km² 10 – 100 Müllteile. Ein Großteil davon besteht aus Plastik. Es schwimmt besser als anderer Müll.

Mit einer Oberfläche von 75.000 km² schwimmen im englischen Kanal also zwischen 750.000 und 7,5 Millionen Müllteile an der Wasseroberfläche. Dazu kommt eine schwer zu beziffernde Plastikmenge auf dem Meeresgrund.

In anderen Teilen der Weltmeere ist die Anzahl noch größer. Im Pazifischen Ozean schwimmt eine Plastik-Insel, deren Größe auf das 4-fache von Deutschland geschätzt wird. Es gibt 6 mal mehr Plastik, als Plankton – die Hauptnahrungsquelle vieler Meeresbewohner. Science-Studie mit Größenschätzung und dem Vergleich zwischen Plastik und Plankton (für jede Tonne Plankton gibt es 6 Tonnen Plastik).

Zahlreiche Tiere nehmen mikroskopisch kleine Plastikteilchen mit der Nahrung auf und verwechseln größere TeileSchätzung von 1997 (englisch) mit Nahrung. Geschätzt tötet dies jährlich 1 Million Vögel und 100.000 größere Meerestiere wie Delfine und Haie. Durch Fische kommt das Plastik auch bei uns auf den Teller.

19-jähriger Student entwickelt
passives Reinigungssystem für Ozeane

Weltweit gibt es mehrere Projekte, die Fischerboote nutzen um Plastik aus dem Meer zu angeln. Die Methode ist jedoch Website von The Ocean Cleanup (englisch) nicht effizient: 79.000 Jahre würde die Reinigung laut Berechnungen von The Ocean Cleanup (deutsch: Die Ozean Säuberungsaktion) dauern.

Gegründet vom 19-jährigen Studenten Boyan Slat schlägt The Ocean Cleanup eine alternative Methode vor: Passives reinigen, d.h. der Einsatz von Schiffen wird unnötig. Dabei reinigen kleine, im Meer installierte Geräte unterstützt durch Ebbe und Flut Meereswasser passiv vom Plastikmüll, der an der Oberfläche schwimmt. Mit Hilfe dieser Technik könnte die Reinigungsdauer auf 5 Jahre sinken.

Boyan Slat presenting his idea at TEDx Delft

Boyan Slat päsentiert seine Idee auf der TEDx Delft im Jahr 2012.

Inspiriert durch eine Griechenland-Reise entwickelte der Luftfahrtstudent (TU Delft, Niederlande) seine Idee: Beim Tauchen entdeckte er mehr Plastik als Fische.

Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne 2013Auf der Plattform Indiegogo sammelte das Projekt fast 90.000 $. umfasst das Team des Ocean Cleanup Projekts mittlerweile mehr als 100 Menschen.

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